Gartenkomposter Test

Je vielfältiger die Rohmaterialien, desto besser die Humuserde, die sich am Ende aus dem Komposter gewinnen lässt.

Das Frühjahr ist die ideale Zeit, um mit dem Kompostieren zu beginnen. Wie sich auf bequeme Weise gute Humuserde produzieren lässt, zeigt unser Test von 13 Kompostern.

Wer im eigenen Garten kompostiert, vermeidet Abfall und schont die Umwelt. Belohnt wird die gute Tat oft doppelt: durch niedrigere Müllgebühren und die Ersparnis für nicht gekaufte Blumenerde. Doch manche Hobbygärtner verzichten aufs Kompostieren, weil sie ihren Garten für zu klein halten oder den Komposthaufen unschön finden. Mit modernen Kompostern lassen sich diese Bedenken ausräumen. Sie sind quasi die Platz sparende Variante des Haufens – in den dezenten Gartenfarben grün, schwarz oder braun.

Wir haben 13 Komposter getestet und dabei besonderes Augenmerk auf die Handhabung gerichtet. Denn eines ist klar: Wer kompostieren will, sucht keine neue Freizeitbeschäftigung. Der Zeitaufwand sollte gering sein, die Bedienung einfach und sauber funktionieren.

Enttäuschung Juwel Rototherm

Doch schon beim Aufbau stellten unsere Prüfer Unterschiede fest. In nur drei Minuten war der Graf Schnellkomposter auf­gestellt. Auch die Kunststoffwände der meisten anderen Komposter ließen sich schnell zusammenstecken. Beim 500 Euro teuren Juwel Rototherm dauerte es aber ungefähr 45 Minuten, bis er zusammengeschraubt war. Das liegt an seiner komplexeren Bauweise.

Sie sorgte auch für die nächste Enttäuschung. Der Juwel Rototherm besitzt eine Kurbel, mit der sich ein Rührwerk kreisförmig durch die Kompostmasse bewegen lässt. Das soll die Luftzufuhr sichern und zugleich den fertigen Kompost durch die siebartige Bodenplatte in den darunter liegenden Hohlraum befördern. Eine tolle Idee – die sich als Flop erwies: Die Kurbelei war zeit- und kraftaufwendig. Vor allem nasses Kompostmaterial erschwert das Kurbeln. Verzichtet man aufs Wässern, droht der Kompost im Sommer auszutrocknen. Darunter leiden die Mikroorganismen. An kalten Tagen aber macht ihnen die Auskühlung (von unten) zu schaffen. Ärgerlich, dass sich ausgerechnet der Juwel-Komposter im Namen mit „Thermo“ schmückt.

Oft zu kleine Öffnungen

Das im Alltag meistbenutzte Teil eines Komposters ist die Abdeckung der Einwurföffnung. Erfreulich: Sie erwies sich bei den meisten Geräten als ausreichend groß und leicht bedienbar.

Weit weniger komfortabel funktionierte das Entnehmen. In der Theorie ist das einfach: Klappe öffnen und Humuserde hinausschaufeln. Doch in der Praxis häufen sich die Probleme: Die Öffnungen sind oft klein. Und je mehr Humuserde man entnimmt, desto größer die Gefahr, dass die dabei entstehende Höhle einstürzt. Besitzt der Komposter dann keine Klappe auf der anderen Seite, gibt es kaum eine Chance, an die dort lagernde Humuserde heranzukommen. Nächstes Frusterlebnis: Einige Klappen ließen sich im Laufe des Praxistests nur noch mit Mühe verschließen.

Thermo, Turbo, Maxi

Im Unterschied zum Juwel Rototherm bekamen die anderen Testkandidaten keine „kalten Füße“, allerdings waren die biologischen Abbauprozesse auch bei ihnen nicht übermäßig intensiv. Temperaturen über 50 Grad Celsius konnten wir kaum beobachten. Etwas stärker als die Konkurrenz erwärmten sich der Neudorff Thermo-Komposter mit seiner geschlossenen Bauweise sowie die relativ großen 600-Liter-Behälter. Dank ihrer Größe dämmen sie ihr Innerstes durch den eigenen, dicken Außenbereich. Die Thermoeigenschaften der (dünnen) Kunststoffwände sind dagegen meist relativ gering.

Wenn die Mikroorganismen im Kompost auf Hochtouren arbeiten, wirds nicht nur warm, auch das Volumen des Biomülls schrumpft eindrucksvoll. Die Qualität des bei diesen biologischen Abbauprozessen entstehenden Komposts war fast immer gut. Nur beim Turbo-Komposter (Graf, Garantia) war das Material im Außenbereich etwas ausgetrocknet. Ursache sind die großen Lüftungsschlitze.

Gute Belüftung ist nicht nur eine Frage der Bauweise. Auch Kompostwürmer tragen mit ihren Gängen dazu bei. Und der richtige Mix beim Befüllen hilft ebenso. Skeptiker können wir jedenfalls beruhigen: Schlechte Gerüche infolge von Fäulnis traten bei unserem Test in keinem Komposter auf.

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