Gartenhäcksler im Test

So häck­seln Sie richtig

Gartenhäcksler im Test - 21 Häcksler von sehr gut bis mangelhaft
Der Ast muss weg. Bei guten Häcks­lern ist der Aufwand fürs Vorbereiten gering. © LOX FOTO, Ralf-Henning Lox

Schreddern hilft, Astschnitt und Garten­abfälle zu zerkleinern und in wert­vollen Rohstoff für die Beete zu verwandeln. Mit diesen Tipps gelingt der Gartenhäcksler-Einsatz.

Gartenhäcksler im Test Testergebnisse für 21 Gartenhäcksler 08/2019

Inhalt

Was häck­seln?

Geeignet. Im Prinzip eignen sich alle Äste und Zweige sowie jeglicher grobe Grün­schnitt und Verwelktes fürs Häck­seln und anschließende Kompostieren, Mulchen oder fürs Hoch­beet.

Besser nicht. Vorsicht mit Wurzelunkräutern: Die sind mitunter auch noch nach dem Häck­seln lebens­fähig. Deshalb besser entsorgen! Auch Wild­kräuter mit Samen, die Sie nicht über den Garten verteilen möchten, sollten Sie allenfalls unten im Hoch­beet beerdigen. Meiden sollten Sie auch Hölzer und Pflanzen, die mit Holz­schutz­chemikalien beziehungs­weise Pflanzen­schutz­mitteln behandelt sind.

Abstumpfend. Sand und kleine Steine können den Häcksler zwar passieren, aber die Messer leiden darunter. Wurzeln, an denen noch viel Erdboden haftet, sollten Sie daher besser nicht schreddern. Walzenhäcksler sind in dieser Hinsicht weniger empfindlich als Messerhäcksler.

Wie häck­seln?

Sicherheit. Achten Sie auf einen sicheren Stand Ihres Häcks­lers. Rund herum sollte ausreichend Arbeits­fläche vorhanden sein, damit Sie peitschenden Ästen ausweichen können. Besonders gefähr­lich kann es werden, wenn stachelige Heckenrosen­zweige oder Brom­beerruten hin- und herpeitschen. Genügend Abstand, Schutz­brille und der Schirm eines Käppis bieten Sicherheit. Nutzen Sie unbe­dingt auch Arbeits­hand­schuhe. Weitere Sicher­heits­tipps finden Sie in den Bedienungs­anleitungen.

Verstopfungen vorbeugen. Sobald sich feuchtes Grünzeug zwischen den Zacken eines Walzenhäcks­lers fest­setzt, sollten Sie einen Ast nach­schieben, damit das gequetschte Holz die Zwischenräume zwischen den Zacken säubert. Außerdem ist es sinn­voll, den Fang­korb recht­zeitig zu leeren. Ist er zu voll, kann oben liegendes Material wieder von Walze erfasst und nach oben gezogen werden und „Karussell fahren. Trans­parente Körbe oder solche mit Sicht­fens­tern helfen den Füll­stand zu kontrollieren.

Verzweigtes vorbereiten. Das Design der Einfüll­öffnungen verhindert, dass Finger versehentlich zu den rotierenden Messern und Walzen gelangen. Nachteil: Durch manche Einfüll­trichter passen dickere Äste nur, wenn Sie zuvor Verzweigungen per Gartenschere entfernen. Der Aufwand kann lohnen: Das Beseitigen einer Verstopfung kostet oft noch mehr Arbeits­zeit.

Zerkleinern. Materialien, die den Häcksler passiert haben, sind in jedem Fall deutlich kompakter als vorher. Die von Messerhäcks­lern produzierten Schnipsel wirken meist vergleichs­weise feiner als der gröbere Output von Walzenhäcks­lern. Deren Aststück­chen sind aber bei genauerem Hinsehen ange­quetscht, so dass Mikro­organismen große Angriffs­flächen finden. Wollen Sie noch feineres Material gewinnen, sollten Sie es ein zweites Mal in den Einfüll­trichter schütten.

Wie warten?

Anleitungen. Das Bedienen der Häcksler ist sehr einfach. Die Anleitungen sollten Sie dennoch nicht entsorgen: Wenn Wartungs- oder Reparatur­arbeiten fällig werden, finden Sie darin nützliche Hinweise.

Messer wechseln. Kalkulieren Sie beim Kauf eines Messerhäcks­lers ein, dass Sie diese Zubehör­teile in absehbarer Zeit nach­kaufen müssen. Diese Ersatz­teile kosten bei den meisten Anbietern 15 bis 25 Euro. Bevor Sie neue Messer kaufen, können Sie aber in der Regel die alten ausbauen, wenden und wieder einbauen.

Walzen wechseln. Die Andruck­platten der Walzenhäcksler halten vergleichs­weise lange. Im Gegen­satz zu den Messern über­lebten sie locker unsere 500-Kilo-Dauer­prüfung. Im Laufe des Häcks­lerlebens müssen Sie die seitlich neben der Zackenwalze angebrachten Andruck­platten immer wieder nach­stellen, damit der Häcksler die Äste und anderes Material optimal verkleinern kann. Im Laufe der Zeit nutzt sich die Andruck­platte ab. In der Anleitung ist beschrieben, wie Sie dieses Teil auswechseln können. Laut Auskunft der Anbieter kostet eine neue Andruck­platte etwa zwischen 10 und 20 Euro.

Zum Ausprobieren

Ausleihen. Sind Sie skeptisch, ob ein Gartenhäcksler für Sie eine sinn­volle Anschaffung ist? Dann sollten Sie eines der Modelle ausprobieren, die sich im Test als gut erwiesen haben – zum Beispiel bei Freunden oder Nach­barn. In vielen Baumärkten und Werk­zeug­vermietungen können Sie ebenfalls Gartenhäcksler ausleihen – oft zu einem Tages­preis von etwa 40 Euro.

Wofür?

Kompostieren. Wenn Sie Gehäck­seltes zum Kompostieren nutzen wollen, sollten Sie auf einen guten Mix achten. Mischen Sie zum Beispiel Aststück­chen mit Rasen­schnitt. Achten Sie auch darauf, dass es im Komposter weder zu nass noch zu trocken wird. Im Sommer kann es sinn­voll sein, den Kompost­haufen bei Bedarf zu wässern.

Für Zwischen­durch. Falls nur kleine Mengen Grün­schnitt angefallen sind, lohnt es oft nicht, dafür den Häcksler aus dem Schuppen zu holen und anzu­schließen. Alternativ lassen sich derartige weiche Materialien auch mit dem Rasenmäher klein kriegen, falls Sie den ohnehin gerade zur Hand haben: Grün­schnitt einfach ausstreuen und mehr­fach über­fahren. Das Ergebnis ist vielleicht ungleich­mäßiger und unansehnlicher als Gehäck­seltes, aber den Mikro­organismen auf dem Kompost­haufen ist das ziemlich egal.

Gartenhäcksler im Test Testergebnisse für 21 Gartenhäcksler 08/2019

Mehr zum Thema

  • Akkus So können Sie Akkus sicher und lange nutzen

    - Akku­betriebene Produkte sind auf dem Vormarsch. Doch was kann man tun, damit der Akku lange hält? Und welche Gefahren gehen von Akkus aus? Das klärt unser Special.

26 Kommentare Diskutieren Sie mit

Nur registrierte Nutzer können Kommentare verfassen. Bitte melden Sie sich an. Individuelle Fragen richten Sie bitte an den Leserservice.

Nutzer­kommentare können sich auf einen früheren Stand oder einen älteren Test beziehen.

Ifsch am 21.11.2021 um 18:29 Uhr
Bewertung des Bosch AXT 25 TC in Frage zu stellen

Über 10 Jahre habe ich mit dem Gartenhäcksler MAC 2500W von Mac Allister ( Vorgängergerät zu dem im Test beurteilten Gerät von Hornbach!) gearbeitet und ihn mit dicken Ästen strapaziert, bis der Motor schlagartig kaputt war. Aufgrund der sehr guten Beurteilung in diesem Test von 2019 leistete ich mir den fast doppelt so teuren Bosch AXT 25 TC, in der Hoffnung ein praktikables Gerät zu kaufen.
Leider musste ich rasch feststellen, dass der Asteinzug keineswegs besser ist als bei meinem alten Gerät und dass ich häufiger gezwungen bin, den Auffangbehälter herauszuziehen, um Häckselgut aus der Schneidturbine zu ziehen, damit diese die Äste wieder packen kann, weil der Behälter nicht so tief ist, wie beim alten Gerät. Zudem muss man sich tiefer bücken, um an das festhängende Material zu gelangen. Unangenehm ist dabei auch, dass die Kanten des Gehäuses scharf und nicht abgerundet sind. Auch bei meinem Gerät werden häufig dünnere Zweige seitlich zwischen Gehäuse und Behälter herausgedrückt.

Profilbild Stiftung_Warentest am 27.01.2021 um 18:47 Uhr
Bewertung der Geräte im Vergleich

@Anni6699: Wir wenden bei unseren Produkttests ein ungestuftes Auswertesystem an. Von den Einzelurteilen über die Gruppenurteile (bei den Gartenhäckslern für einzelne Urteile für Häckselleistung, Einzug des Häckselguts etc.) bis hin zum Gesamturteil erfolgt die Berechnung des Qualitätsurteils ungerundet. Das bedeutet, dass sich hinter den jeweiligen Gruppenurteilen meist mehrere Einzelurteile verbergen und diese sind eben Zahlen mit mehreren Stellen hinter dem Komma. Diese genauere Zahlen sind Basis für die Durchrechnung des Qualitäts-Urteils.
Zusätzlich können sogenannte Abwertungen das Ergebnis beeinflussen. Diese setzen wir vor allem ein, wenn Produktmerkmale im Einzelfall so negativ auffallen, dass hier ein extra Abzug in Rechnung gebracht wird. Abwertungen werden in der Tabelle mit einem *) gekennzeichnet und die zugrunde liegende Regel wird in der Rubrik „So haben wir getestet“ beschrieben.
All dies kann dazu führen, dass man durch Nachrechnen mit den veröffentlichten (zur klareren Darstellung bereits auf eine Stelle hinter dem Komma gerundeten) Gruppennoten zu einem leicht unterschiedlichen Ergebnis für das Gesamturteil gelangen kann. (spl)

Anni6699 am 27.01.2021 um 12:35 Uhr
Bewertung im Vergleich

Guten Tag, ich habe die Bewertungen von Al-Ko, Hornbach und Stihl im Vergleich angesehen. Beim Hächseln und somit der eigentlichen Funktion ist mir nicht klar, warum Al-Ko 2,3; Hornbach 2,1 und Stihl 2,4 als Noten bekommen haben. Stihl schneidet hier in der Reihe am schlechtesten ab; in der Tabelle ist jedoch Stihl mit o/o bei Reisig und Strauchschnitt und ansonsten "+ bis "++" der beste in der Reihe. Gibt es hier in der Einteilung der Punkte für Häckslen noch Gewichtungen, die ich nicht verstanden habe?
Mit freundlichen Grüßen
Anja L.

Nierenm am 24.05.2020 um 17:43 Uhr
Welcher Häcksler für Heckenschnitt?

Ich habe zuhause rd. 40m Ligusterhecke. Für den Gartenschnitt hatte ich mir schon vor ein paar Jahren einen Walzenhäcksler von Aldi gekauft. Der liefert für dickere Äste ein gutes Ergebnis, allerdings verstopft er ständig bei Heckenschnitt. Danach habe ich mir mit unserem Benzinrasenmäher beholfen, was recht gut funktioniert. Diesen haben wir jetzt aber gegen einen Mähroboter getauscht. Nach dem Testergebnis hier habe ich mir den Testsieger gekauft (Bosch mit Turbine). Leider verstopft dieser noch häufiger als der Walzenhäcksler von Aldi beim Heckenschnitt. Daher habe ich ihn wieder zurückgesendet.
Können Sie mir eine Alternative empfehlen? Würde das mit einem Messerhäcksler viel besser gehen?

Profilbild Stiftung_Warentest am 03.04.2020 um 09:46 Uhr
Schalleistungspegel

@garehira: Allein von dem gemessenen Schalleistungspegel auf die Bewertung zu schließen, ist nicht zielführend, da wir neben dem Schallleistungspegel auch subjektiv im Funktionstest den Geräuscheindruck bewertet haben. Hier gibt es große Unterschiede bei den Häckslern. (MK)