Gartenhäcksler Test

Spannend wie im Krimi: Mit einer messerscharfen Spezialwalze zerstückelt ein neuartiger Häcksler von Bosch Zweige und Äste wie kein anderer.

Gartenhäcksler Test

Praktisch und sicher: Der breite Stopfer der Bosch-Häcksler erleichtert zum Beispiel bei Thuja-Zweigen das Einfüllen.

Häcksler spielten in der 45-jährigen Geschichte von test eine wichtige Rolle. In Heft 2/1985 bemängelten wir bei fast allen Geräten die unzu­reichende Sicherheit. Zum Beispiel ließen sich die scharfen Messer auch dann zum Rotieren bringen, wenn die Gehäuse offen waren. test-Urteil: mangelhaft. Ein Hersteller klagte gegen die Beur­teilung und verwies darauf, dass seine Geräte die Sicher­heits-DIN-Norm erfüllten. Am Ende fällte der Bundes­gerichts­hof ein für unsere Arbeit wegweisendes Grund­satz­urteil: Im Interesse der Verbraucher darf die Stiftung Warentest höhere Anforderungen stellen, als sie DIN-Normen vorschreiben (Az. VI ZR 144/86).

Heut­zutage dürften die Anbieter über ihre damalige Argumentation schmunzeln. Für die Sicherheit haben sie viel getan. Jetzt werben einige mit noch mehr Schutz. Stand der Technik sind bei Walzenhäcks­lern Fang­boxen fürs Gehäck­selte mit Sicher­heits­schalter. Wird der Behälter aus der Halterung gezogen, schaltet die Walze auto­matisch ab. Verstopfungen lassen sich so gefahr­los beseitigen.

Tipp: Wählen Sie möglichst einen Häcksler mit Fang­box. Das ist nicht nur sicherer, sondern vor allem auch sauberer und praktischer. Trans­parente Boxen erleichtern die Füll­stands­kontrolle.

Wenn Äste hin und her peitschen

Gartenhäcksler Test

Durch die speziell geformte Einfüll­öffnung ermöglicht Bosch das Häck­seln dicker Hölzer und schützt zugleich vor dem Peitschen langer Äste.

Durch die speziell geformte Einfüll­öffnung ermöglicht Bosch das Häck­seln dicker Hölzer und schützt zugleich vor dem Peitschen langer Äste.

Häcksler sind in den vergangenen 26 Jahren ungefähr­licher geworden, doch hundert­prozentig sicher sind sie auch heute nicht. Die großen Geräte von Gloria und Viking zum Beispiel zerschnitten und zerschlugen das Häck­selgut im Test zwar faserig, aber manchmal wurde ihre Kraft fehlgeleitet. Mehr­fach flogen lange Äste aus der Einfüll­öffnung zurück ins Freie. Und lange Äste peitschten in Kopf­höhe so heftig hin und her, dass unsere Prüfer sehr vorsichtig sein mussten. Gloria scheint das Problem zu kennen: Laut Anleitung soll man Äste vorher auf 50 bis 60 Zenti­meter kürzen. Doch es erscheint zweifelhaft, ob Kleingärtner diesen Aufwand tatsäch­lich treiben, nachdem sie 700 Euro in einen Häcksler investiert haben.

Tipp: Seien Sie vorsichtig beim Häck­seln. Achten Sie auf einen sicheren Stand – und zwar von Mensch und Maschine. Arbeiten Sie mit Hand­schuhen und Ohrschutz. Vor peitschenden Zweigen schützen eine Brille und der Schirm eines Basecaps.

Wenn Walzen häck­seln

Während im Jahr 1985 nur Messerhäcksler im Test vertreten waren, bestimmen mitt­lerweile Walzenhäcksler immer mehr den Markt. Beim Einkauf haben wir diesen Trend berück­sichtigt. Außerdem haben wir einen neuartigen Häcksler einbezogen, der mit einer speziellen messerscharfen Walze arbeitet. Bosch vermarktet diese Technik als „Turbine cut“-System.

Warum der Neuling beein­druckt

Der Neuling schaffte es auf Anhieb an die Spitze des Test­feldes. Vor allem seine Häck­selleistung beein­druckte. Fast genauso effektiv schnipselte nur der in diesem Prüf­punkt ebenfalls sehr gute Messerhäcksler von Bosch. Beide waren immerhin rund ein Viertel produktiver als die meisten anderen Geräte im Test.

Wir ermittelten die Häck­selleistung im Dauer­test, bei dem jedes Gerät 500 Kilogramm Häck­selgut verarbeiten musste. Insgesamt waren das mehr als 7,5 Tonnen – ein gewaltiger Berg. Unsere Dauer­prüfung simulierte also quasi im Zeitraffer die Belastungen, die in der Gartenpraxis meist im Laufe mehrerer Jahre auftreten. Der Walzenhäcksler von Einhell scheiterte in der Dauer­prüfung: Zwei von drei Geräten fielen früh­zeitig aus.

Wenn Äste hängen bleiben

Gartenhäcksler Test

Die Andruck­platte eines Walzenhäcks­lers vor und nach dem Dauer­test: Der Metall­abtrag durch häufig nötiges Nach­stellen war so stark, dass Hohlräume zum Vorschein kamen, in denen sich Holz fest­setzte.

Die Andruck­platte eines Walzenhäcks­lers vor und nach dem Dauer­test: Der Metall­abtrag durch häufig nötiges Nach­stellen war so stark, dass Hohlräume zum Vorschein kamen, in denen sich Holz fest­setzte.

Auch andere Modelle offen­barten im Dauer­test Schwächen. So war der Metall­abtrag an der Andruck­platte der Walzenhäcksler mitunter so stark, dass Hohlräume sicht­bar wurden. Wenn Äste hier hängen blieben, gab es Verstopfungen. Als die Prüfer die Andruck­platte des Bosch-Walzenhäcks­lers wechseln wollten, erwies sich die viel zu fest sitzende Schraube als Hemm­nis.

Tipp: Häufigere Verstopfungen können bei Messerhäcks­lern ein Zeichen dafür sein, dass sich die Messer abge­nutzt haben. Dann ist es Zeit für den Messer­wechsel. Wenn Ihr Walzenhäcksler die Äste nicht mehr zerstückelt, sondern in Raupen verwandelt, signalisiert er damit: Bitte die Andruck­platte nach­stellen.

Die Walzenhäcksler von Hornbach und Grizzly sowie alle Bosch-Geräte verstopften relativ selten. Beim Beseitigen von Verstopfungen bieten Walzenhäcksler generell einen Vorteil: Sie verfügen über einen Rück­wärts­lauf. Besonders positiv: Der Mac Allister von Hornbach besitzt zusätzlich eine Auto­matik, die bei einer Verstopfung den Rück­wärts­lauf der Walze akti­viert.

Tipp: Füllen Sie nicht zu viele kleine und frische Zweige auf einmal in die Öffnung. Häck­seln Sie besser zwischen­durch immer wieder mal einen dickeren Ast, der sicher durch­gezogen wird und die Zweige mitreißt.

Was für Walzenhäcksler spricht

Gartenhäcksler Test

Auf den ersten Blick wirken Walzenhäcksler etwas lang­sam. Doch der Schein trügt: Im Vergleich zu den mit Messern bestückten Geräten häck­seln sie oft besser. Sie ziehen viele Äste selbst­tätig ein, sodass ihr Nutzer nicht nach­schieben muss. Und sie sind leiser und meist sicherer.

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