Gartenbewässerung: Nur ein Bewässerungs­system funk­tioniert gut

Gartenbewässerung - Nur ein Bewässerungs­system funk­tioniert gut

Rasen­sprenger. Aufgetaucht aus der Versenkung.

Pflanzen brauchen regel­mäßig Wasser. Computer können dafür sorgen, dass sie es bekommen. Wir haben vier auto­matische Bewässerungs­systeme untersucht. Sie sind gut bis geht so.

Der clevere Gärtner lehnt sich entspannt zurück. Seine Pflanzen, Hecken und der Rasen werden auto­matisch optimal bewässert – dank moderner Technik – den ganzen Sommer lang, selbst wenn der Gärtner verreist ist. So verspricht es die Werbung. Eine der geprüften auto­matischen Gieß­anlagen macht es tatsäch­lich gut: Sie ist von Gardena.

Vier Systeme, vier Testgärten

Für den Test haben wir vier Bewässerungs­systeme ausgewählt, die Hobby­gärtner selbst aufbauen können. Neben dem markt­beherr­schenden Anbieter Gardena kommen sie von Regenmeister, Kärcher und Hornbach. Um die Systeme vergleichen zu können, haben wir einen Mustergarten entworfen: mit einer Rasenfläche, einem Beet, einer Hecke und zwei Blumenk­übeln (So haben wir getestet). Diesen Plan schickten wir den Anbietern der Bewässerungs­systeme mit der Bitte, uns eine Liste mit Artikeln aus ihrem Programm zu schi­cken, die eine optimale Bewässerung des etwa 100 Quadrat­meter großen Gartens ermöglichen. Drei Anbieter entsprachen unserem Wunsch. Nur Hornbach schickte keine Liste. Seine Anlage mussten wir selbst komponieren.

Unser Rat

Testsieger ist Gardena. Die Komponenten sind sehr gut verarbeitet, aber deutlich teurer als die Konkurrenz­produkte. Eine Schwäche des Gardena-Systems: Nach jeder Bewässerung laufen die Rohre leer, dadurch ist der Wasser­verbrauch höher als nötig. Als billigere, aber nur befriedigende Alternative bietet sich die Anlage von Regenmeister an. Sie ist unter anderem etwas schwieriger zu montieren.

Rund 500 bis 950 Euro

Alle Teile haben wir in Fach- und Baumärkten einge­kauft, wie immer anonym. Billig sind die Gieß­anlagen nicht: Für den Mustergarten kostete das Material zwischen rund 500 und 950 Euro. Jedem System spendierten wir einen eigenen Garten.

Nach Abschluss der Prüfungen lässt sich sagen: Die Systeme funk­tionierten. Im Detail gibt es aber große Unterschiede.

Computer steuert die Bewässerung

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Computer. Er steuert nach den Vorgaben des Nutzers, wann und wie lange bewässert wird.

Im Zentrum der Anlagen steht der Bewässerung­scomputer, der an den Wasser­hahn ange­schlossen wird. Er steuert Dauer und Häufig­keit der Bewässerung. Für den Testgarten nutzten wir Geräte mit zwei Ausgängen, um unterschiedliche Bereiche zu bewässern, Rasen und Beete zum Beispiel. Zum kompletten Bewässerungs­system gehören unter anderem noch Regner, Tropfer, Rohre beziehungs­weise Schläuche, Ventile und diverse Verbindungen. Bevor das Wasser fließen kann, muss der Gärtner die Anlage sorgfältig installieren, das heißt: Gräben für die Zuleitungen ziehen, Rohre verbinden, Regner und Düsen anschließen. Mit etwas  hand­werk­lichem Geschick ist das bei allen Systemen mach­bar. Die Zuleitungen befinden sich mit Ausnahme der von Kärcher im Erdboden.

Tipp: Wer sich die Arbeit erleichtern will, kann bei Baumaschinen­verleihern eine motor­betriebene Grabenfräse mieten. Damit sind die Kanäle für die Wasser­leitungen schnell gezogen.

Rohre verbinden teils schwierig

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Verbindungs­technik. Die Installation sollte möglichst einfach sein. Doch nicht immer passen die Teile gut zusammen.

Beim Bewässerungs­system von Kärcher muss der Hobby­gärtner die Zuleitungen nicht verbuddeln, sie liegen auf der Erde. Die einfache, schnelle Montage und die problemlose Erweiterung des Systems sind von Vorteil. Es gibt aber auch Nachteile. So bilden die im Garten herum­liegenden Schläuche potenzielle Stol­perfallen, sie stören beim Rasenmähen und da, wo die Schläuche liegen, entstehen unschöne gelbe Stellen im Rasen.

Während es keine Probleme bereitet, die Rohre und Schläuche für die Montage zurecht­zuschneiden, lassen die Steck­verbindungen teil­weise zu wünschen übrig. Die Tester konnten die Kupp­lungen und T-Stücke von Regenmeister nur schwer mit dem Rohr verbinden. Es verdrehte und verschob sich bei der Montage immer wieder.

Das passierte auch beim Hornbach-Material, nur noch schlimmer: Rohre und Verbinder für die Beetbewässerung passten nicht zusammen. Die Tester mussten sie mithilfe einer Heiß­luft­pistole erst passend machen. Der unbe­darfte Nutzer gibt dann wohl genervt auf.

Gut funk­tioniert dagegen das Anschluss­system „Quick & Easy“ von Gardena. Die Komponenten sind sehr gut verarbeitet und lassen sich einfach verbinden. Besonders positiv bewerteten die Tester die Gardena-Wasser­steck­dosen. Sie werden an wichtigen Gieß­stellen im Garten installiert, von wo aus sie je nach Bedarf Tropf­systeme und andere Wasser­spender versorgen können.

Problematisch zu programmieren

Wenn die Anlage installiert ist und den Probelauf bestanden hat, gilt es, den Computer zu programmieren. Meist bekommt der Nutzer das intuitiv ganz gut hin. Aber nicht bei Kärcher. Selbst mit der Anleitung war es schwierig, die beiden Ausgänge des Senso-Timers zu programmieren. Nur Gardena liefert eine gute Programmier­anleitung. Kärcher und Regenmeister erklären es etwas kompliziert, bei Hornbach erschweren fehlende Bilder das Verständnis.

Tipp: Justieren Sie die Zeiträume und die Häufig­keit der Bewässerung während der Nutzung ständig nach – entsprechend den Witterungs­bedingungen, der Vegetations­phase und der Boden­beschaffenheit.

Das Kärcher-System hat neben der ober­irdischen Leitungs­führung noch eine weitere Besonderheit: Es bietet mit dem Bewässerung­scomputer stan­dard­mäßig zwei Feuchtesensoren, was nicht unbe­dingt vorteilhaft ist. Denn die Sensoren bestimmen die Feuchte jeweils nur an einem Punkt. In anderen Bereichen des Gartens kann sie ganz anders sein. Das gilt auch für die Feuchtesensoren der anderen Anbieter. Ärgerlich bei Kärcher: Wer die Feuchtesensoren dieses Systems still­legt, büßt dadurch an Programmier­möglich­keiten ein. Die Anlage bewässert den Garten dann zwangs­läufig jeden Tag.

Einen passenden Regensensor bietet nur Gardena. Bei einsetzendem Regen soll er die dann nicht mehr notwendige Bewässerung stoppen. Er kostet rund 65 Euro.

Unnötige Wasser­verschwendung

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Tropfer, Düsen. Sie eignen sich für Kübel­pflanzen und Beete. Düsen können aber leicht verstopfen.

Die Werbung spricht bei der auto­matischen Bewässerung gern von spar­sam und ökologisch. Ausgerechnet für das beste System im Test trifft das aber nicht ganz zu. Um das Gardena-System frostsicher zu machen, wird es nach jedem Gießen über Entwässerungs­ventile auto­matisch entleert. Im Laufe der Saison wird dadurch relativ viel Wasser verschwendet. Auch die Anlage von Hornbach verschwendet Wasser, da sie ebenfalls mit Entwässerungs­ventilen arbeitet. Die Kärcher-Anlage braucht das nicht. Statt­dessen muss sie zum Saison­ende abge­baut werden. Bei Regenmeister sind die Düsen frostsicher.

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Regner, Sprinkler. Für Rasenflächen gibt es versenk­bare Regner, die beim Rasenmähen nicht stören.

Hilfe für die Planung

Wer eine auto­matische Bewässerung plant, muss zunächst ermitteln, was die Wasser­leitung in seinem Garten hergibt. Dazu stoppt er die Zeit, die es dauert, einen 10-Liter-Eimer zu füllen. Ist der Eimer zum Beispiel nach 20 Sekunden voll, strömen pro Stunde 1  800 Liter aus dem Rohr.

Die Computer von Regenmeister und Hornbach reduzieren den Wasser­durch­fluss um rund die Hälfte, wenn hohe Wasser­mengen zur Verfügung stehen. Bei Regenmeister führte das nicht zuletzt dazu, dass wir für den relativ kleinen Testgarten zwei Computer einsetzen mussten.

Oft finden sich in den Anleitungen Hinweise zum Wasser­durch­fluss, mit denen der Hobby­gärtner planen kann, welche und wie viele Düsen sowie Regner einsetz­bar sind. Weitere Informationen stellen die Anbieter im Internet oder in Broschüren bereit. Gardena stellt im Internet einen Sprink­lersystem-Planer zur Verfügung. Der Anbieter über­nimmt auf Wunsch auch die komplette Planung. Das kostet aber mindestens 80 Euro.

Wer allein plant, sollte eine maßstabgerechte Garten­skizze verwenden. Ist die Anlage erfolg­reich montiert, kann sich der Gärtner entspannt zurück­lehnen.

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