Garten Meldung

Trockener Sommer, durstige Pflanzen. Hobbygärtner können dafür sorgen, dass der Wasserbedarf nicht so sehr ins Geld geht.

Wild wachsende Sanddornbüsche und Akazien können Dürre vertragen, die meisten Gartenpflanzen nicht. Schon bevor die Sonne im Hochsommer den Rasen gelb brennt und die Blumenstängel so welk macht, dass sie ihre Blütenköpfe nicht mehr halten können, muss der Gärtner eingreifen. Mit ausreichend Wasser kann er die Pflanzen lange saftig, grün und blühend halten. Doch künstlicher Regen ist teuer, wenn er direkt aus der Leitung kommt. Obwohl die Haushalte in Deutschland im Jahresdurchschnitt nur rund drei Prozent des verbrauchten Trinkwassers für die Gartenpflege nutzen, kann beim Einzelnen viel Bewässerungsgeld vom Konto fließen.

Schließlich heißt die Faustregel für das Sprengen im Sommer: einmal in der Woche etwa zehn Liter Wasser je Quadratmeter ausbringen. Also müsste ein Gartenbesitzer, dessen Anlagen 200 Quadratmeter groß sind, etwa acht bis zehn Mal im Jahr mindestens 2.000 Liter laufen lassen. Dieser Gärtner würde in Berlin, wo 1.000 Liter Wasser 7,56 Mark kosten, jedes Mal 15,02 Mark für seine Gartenbewässerung bezahlen. Während des ganzen Sommers käme er auf gut 150 Mark. In München wären bei einem Kubikmeterpreis (1.000 Liter) von 5,46 Mark 10,92 Mark je Sprengtag fällig, insgesamt während des Sommers 110 Mark. Weil die Wasserpreise in Deutschland regional stark schwanken, fallen auch die Sprengwasserkosten sehr unterschiedlich aus.

Bezahlen für Sickerwasser?

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Mini-Computer als Gartenhelfer: Er reguliert die Bewässerung.

Gärtner ärgern sich, wenn sie für ihr Sprengwasser, das in den Boden versickert, auch noch Abwassergebühren bezahlen sollen. Die machen meist die Hälfte des gesamten Wasserpreises aus.

Deshalb bieten viele Städte und Gemeinden den Pflanzenpflegern inzwischen gesonderte Abrechnungsmöglichkeiten an. Bei der so genannten Sprengwasserpauschale, die der Kunde bei manchen Abwasserentsorgern beantragen kann, werden die nicht eingeleiteten Trinkwassermengen abhängig von der Gartenfläche geschätzt und dann von der Rechnung abgezogen. Nach Auskunft des Bundesverbands der deutschen Gas- und Wasserwirtschaft werden dabei üblicherweise nur Trinkwassermengen zwischen 10.000 und 20.000 Liter erfasst. In einigen Orten können Gärtner das Abwassergeld für draußen dagegen genauer berechnen, wenn sie sich auf eigene Kosten einen zusätzlichen, geeichten Wasserzähler anschaffen. Der misst dann den Verbrauch von Spreng- und Haushaltswasser getrennt voneinander ab, sodass jeder Liter Sickerwasser für den Garten abgezogen werden kann. Ein solches Gerät aus dem Installationsfachhandel kostet einschließlich des Einbaus durch einen staatlich zugelassenen Installateur zwischen 190 und 500 Mark.

Wie schnell sich der Zähler amortisiert, hängt auch von den Regelungen in den einzelnen Kommunen ab. In Berlin, München und Nürnberg etwa beginnt die Wasseruhr gleich am ersten Sprengtag zu ticken. Für unseren Beispielgärtner aus Berlin, der auf seiner 200 Quadratmeter großen Fläche mit einem Zähler etwa die Hälfte des Sprengwassergeldes ­ also zwischen 70 und 80 Mark ­ je Saison sparen könnte, würde sich die Anschaffung eines 300 Mark teuren Geräts aber erst nach etwa vier Sommern lohnen. Anderswo rentiert sich der Zähler nach noch längerer Zeit. Dort müssen Verbraucher Jahr für Jahr erst eine bestimmte Menge Wasser über Beete und Rasen gegossen haben, bevor sie mit dem Extra-Zähler die erste Mark sparen können. In Hamburg und Leipzig zum Beispiel werden Gärtner erst von den Abwassergebühren befreit, wenn 10.000 Liter zum Normaltarif in den Garten geflossen sind. In Stuttgart liegt die Grenze bei 20.000 Litern, in Karlsruhe sogar bei 24.000 Litern. Dort loht sich die Anschaffung eines zusätzlichen Wasserzählers nur für Leute mit großen Gärten (ab etwa 1.000 Quadratmetern).

Tipp:

Ob und wie Sie in Ihrem Wohnort Abwasser absetzen können, entscheidet die Kommune. Erkundigen Sie sich dort, wie abgerechnet wird.

Alternative Regenwasser

Kein Blumenwasser ist billiger als Regenwasser. Den Pflanzen bekommt es besonders gut, weil es weicher und wärmer als Leitungswasser ist. Wenn Petrus im Hochsommer von Zeit zu Zeit den himmlischen Hahn zudreht, greifen manche Gärtner auch auf Regenwasserreserven aus Fässern zurück. Regentonnen gibt es in vielen Größen und unterschiedlicher Ausstattung in Gartenzentren zu kaufen (ab etwa 40 Mark). Ein fest schließender Deckel darf nicht fehlen, um spielende Kinder vorm Ertrinken und das Wasser vorm Verschmutzen zu bewahren. Diese Behälter sammeln zwar genug Wasser, um den Durst einzelner Pflanzen zu stillen. Um einen mittelgroßen Garten umfassend zu bewässern, reichen sie aber nicht.

Oft vergraben Gärtner große Tanks, so genannte Zisternen, in der Erde. Der Aufwand ist allerdings groß, die Anschaffung und Installation teuer. Ein 3.300-Liter-Tank aus Kunststoff, kombiniert mit einer Handschwengelpumpe, kostet etwa 2.300 Mark. Noch ausgefeiltere Anlagen für einen Vier-Personen-Haushalt, die bis zu 6.000 Liter Regenwasser fassen und Toilettenspülung so- wie Waschmaschine mitversorgen, sind fast 8.000 Mark teuer.

Tipp:

Lassen Sie sich von einem Fachmann beraten, bevor Sie in solche Anlagen investieren. Manche Bundesländer und Kommunen fördern den Bau. Auskunft über Zisternen gibt die Broschüre "Regenwassernutzung" des Bundesverbandes Die Verbraucher Initiative (zu bestellen gegen 5 Mark in Briefmarken, Elsenstraße 106, 12435 Berlin).

Von der Kanne zum Computer

Auch gezieltes Gießen spart Geld. Wer Pflanzen mit Kanne und Gartenschlauch versorgt, verliert wenig Wasser durch Verdunstung. Aber auch mechanische und elektronische Gartenhelfer arbeiten oft sparsam. Einige Beispiele:

Perforierte Tropfschläuche.

Im Radius von 30 Zentimetern durchfeuchten sie die Erde, indem sie tröpfchenweise Wasser abgeben. Das ist gut für Hecken und Gemüsebeete. Je Meter Schlauch (ab etwa 2,50 Mark pro Meter) sollten wöchentlich 15 Liter Wasser laufen.

Bewässerungscomputer.

Sie können selbstständig einen Sprühregner an- und ausschalten. Die Geräte lassen sich programmieren und haben oft einen Regensensor oder Bodenfeuchtemesser (Preis: etwa 80 bis 200 Mark).

Versenkbare Regneranlagen.

Im Boden werden Kunststoffrohre mit Anschluss zu einem Wasserhahn verlegt. An mehreren Stellen können an der Oberfläche so genannte Wassersteckdosen angebracht werden. An die lassen sich Schläuche anschließen (Preis für Grundausstattung: etwa 20 bis 100 Mark).

Sprühregner.

In Halb- und Viertelkreisen versprühen sie Wasser durch eine Düse. Diese Geräte gibt es schon für 10 Mark, ihre Flächenleistung ist auf etwa 50 Quadratmeter beschränkt.

Verstellbare Regner.

Sie bewässern Kreise, Ellipsen und Streifen relativ zielgenau (Preis: knapp 20 Mark).

Kreisregner.

Sie sind zum Teil teurer (ab 30 Mark), schaffen aber auch mehr Fläche (bis 300 Quadratmeter). Nachteil: Die Kreise können sich überschneiden, sodass manche Flächen sehr feucht werden, andere trocken bleiben.

Viereckregner.

Die Geräte versorgen rechteckige und quadratische Rasenstücke (Flächenleistung bis 300 Quadratmeter, Preis: etwa 30 bis 100 Mark). Nachteil aller Regner: Nur ein Teil des Wassers erreicht den Boden, relativ viel verdunstet, wird weggeweht oder bleibt an Blättern hängen.

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