Garantiefonds Test

Wer einen Garantiefonds kauft, ist vor Verlust weitgehend geschützt. Die Chance auf eine gute Rendite ist jedoch gering. Die meisten Fonds aus unserer ­Untersuchung schnitten schlechter ab als ein einfacher Mix aus Aktienfonds und Zinspapieren.

Peng! 0,9 Prozent pro Jahr brachte der DWS Funds Globalflex A in den vergangenen fünf Jahren. Das war ein derber Schlag für Anleger, die auf die Chancen am Aktienmarkt gesetzt hatten. Noch schlechter schnitt der DWS Funds Global Flex I ab: 0,6 Prozent pro Jahr in fünf Jahren.

Beide Fonds sind Garantiefonds, deren Mischung aus Aktien und Anleihen Anleger vor Verlusten schützte. Dass Sicherheit mit Renditeverzicht einhergeht, ist klar. Aber jedes Tagesgeld hätte mehr gebracht als die beiden Fonds der DWS, die am Ende ihrer Laufzeit aufgelöst wurden.

Wir wollten wissen, ob andere Angebote auch so schlecht abschneiden und haben uns Garantiefonds angeschaut, die es zurzeit zu kaufen gibt.

Unser Test

Wir haben ausgerechnet, welche Rendite die Fonds im vergangenen Jahr erzielt haben. Um zu sehen, wie gut das Ergebnis war, haben wir als Vergleichsmaßstab für jeden Fonds ein passendes Garantiedepot gebaut. Das besteht – wie die Fondsport­folios auch – aus Aktien- und Zinsanlagen.

Das Ergebnis bestätigt den ersten Eindruck. Die Fonds sind wahre Renditekiller. In 37 von 43 Fällen liegt unser Depot vorn. Besonders groß, 4,9 Prozentpunkte, ist der Abstand zum DWS FlexWorld, der im vergangenen Jahr Verlust gemacht hat. Mit 4,1 Prozentpunkten im Rückstand liegt der Garantiefonds von UBS.

Drei von sechs Pension Protect Fonds von Pioneer haben unser Depot im einjährigen Untersuchungszeitraum dagegen geschlagen. Auch die drei weiteren Angebote der DWS im Test haben unsere selbstgebaute Mischung übertroffen. Alle anderen waren schlechter.

Wir haben nur Fonds untersucht, in die Anleger jederzeit einsteigen können. Die Fonds müssen die Garantie vertraglich zusichern. Sie beträgt zwischen 80 und 110 Prozent eines festgelegten Wertes und gilt für einen bestimmten Tag. Wer vorher verkauft, kann Verluste machen. Der Ausgabeaufschlag geht noch extra ab.

Fixe Garantie

Einige der Fonds haben eine feste Laufzeit, andere laufen unbegrenzt. Bei Fonds mit fester Laufzeit gilt die Garantie zum Fälligkeitstag. Der Wert, auf den sie sich bezieht, unterscheidet sich jedoch. Bei einigen Fonds ist der erste Anteilswert der Maßstab. Anleger, die später einsteigen und mehr bezahlen, haben ein Verlustrisiko.

Der DWS Performance Picker sichert den Anteilspreis, zu dem der Fonds aufgelegt wurde: 100 Euro. Wer am 28. Februar 2007 (unser Stichtag) Anteile für 120,93 Euro gekauft hat, kann bis zur Fälligkeit 2012 einen Verlust von 20,93 Euro oder 3,6 Prozent pro Jahr machen.

Liegt der Anteilspreis am Fälligkeitstag, dem 25. April 2012, über 120,93 Euro, streicht der Anleger einen Gewinn ein. Der Garantiefall tritt nur ein, wenn der Fonds am Ende unter 100 Euro steht.

Die Fonds UniProtect Europa und Europa II geben ihre Garantie zum Ende des Geschäftsjahres. Wird sie fällig, beginnt eine neue einjährige Garantielaufzeit.

Der höchste Kurs wird garantiert

Die meisten Fonds mit fester Laufzeit passen die Garantiehöhe an, wenn der Kurs gestiegen ist – zum Beispiel die Target Click Fonds von ABN Amro: Der Target Click 2017 kam zum Preis von 50 Euro auf den Markt. Die Garantie zur Fälligkeit am 31. Oktober 2017 galt zunächst für diesen Betrag. Dann stieg der Kurs des Fonds, und ABN Amro passte die Garantie an. Heute beträgt sie 55,29 Euro.

Die Bank zieht zur Anpassung die Kurse am Monatsende heran. Zwischenzeitliche Höchststände bleiben unberücksichtigt. Gesenkt wird der Garantiewert nie.

Sicherer Gewinn oder Verlustrisiko

Ein ähnliches Konzept wie ABN Amro verfolgt die Fondsgesellschaft Pioneer mit den Fonds Pension Protect 2015 bis 2021.

Für diese Fonds wird die Garantie ebenfalls einmal im Monat angepasst. Beim Pension Protect 2017 beträgt der garantierte Preis zurzeit 58,08 Euro. Der aktuelle Rücknahmepreis (Stichtag 28. Februar 2007) liegt sogar darunter: 56,59 Euro.

Wir haben ausgerechnet, dass Anleger, die zu diesem Preis kaufen und den Fonds bis zur Fälligkeit in zehn Jahren halten, nicht nur ihr Kapital zurückbekommen, sondern dazu eine garantierte Rendite von 0,2 Prozent pro Jahr (siehe Tabelle „Garantiefonds“). Kaufkosten sind in unserer Rechnung allerdings nicht berücksichtigt.

Auch für die anderen langlaufenden Fonds mit fester Fälligkeit liegen die Mindestrenditen meist knapp über 0 Prozent.

Bei den kürzer laufenden Fonds sind die garantierten Renditen oft negativ. Die aktuelle Garantie für den UniProtect Europa etwa läuft zum 31. März 2007 ab. Anleger, die jetzt eingestiegen wären, könnten von 114,80 Euro (Kurs am 28. Februar 2007) auf 107,14 Euro (Garantie zum 31. März 2007) zurückfallen. Das ist ein Verlustrisiko von 6,7 Prozent.

Mehrere Garantien für einen Fonds

Auch Fonds mit unbegrenzter Laufzeit erneuern ihr Garantieversprechen regelmäßig und legen dazu jedesmal einen neuen Tag fest, an dem die Garantie gilt. Die Fondsgesellschaft Allianz Global Investors etwa passt die Garantie für ihre Fonds der Reihe Euro Protect Dynamic an, wenn der Anteilspreis um 5 Prozent gestiegen ist.

Die Garantie für den Allianz-dit Euro-Protect Dynamic beträgt aktuell 110,25 Euro. Sie wurde am 6. Februar 2007 festgesetzt und gilt für Anleger, die ihre Anteile am 31. Dezember 2009 verkaufen.

Ist der Anteilspreis um 5 Prozent gestiegen, legt die Allianz eine neue Garantie fest. Diese liegt dann bei 115,76 Euro (110,25 Euro + 5 Prozent), auch wenn der Fonds schon bei 117 Euro steht. Gleichzeitig beginnt eine neue Garantieperiode, die ab dem Ende des vorherigen Quartals wiederum drei Jahre läuft.

Die alte Garantie von 110,25 Euro zum 31. Dezember 2009 bleibt. So kann der Fonds unterschiedliche Garantien geben, die an verschiedenen Tagen fällig sind.

Andere Fonds wie die beiden Baloise und der von UBS haben noch kompliziertere Bedingungen. Der Baloise Fund Invest - BFI Capital Project etwa wählt aus zwei Werten aus: Garantiert ist zunächst das eingesetzte Kapital, sofern der Anleger es in den ersten drei Jahren eingezahlt hat. Steigt der Anteilspreis, steigt auch die Garantie, und zwar auf den höchsten Anteilswert, der in den ersten drei Jahren an bestimmten Stichtagen gemessen wird.

Garantie selbst bauen

Unser Test hat gezeigt, dass ein selbstgebautes Depot einem Garantiefonds fast immer überlegen ist. Wir haben deshalb ausgerechnet, wie an unserem Stichtag ein aktuelles Depot aussehen müsste, das dieselbe Mindestrendite bietet wie der Fonds. Es besteht aus einem kostenlosen Banksparprodukt, zum Beispiel Festgeld, und einem Aktienindexfonds.

Das Risiko der Aktien fangen die Sparprodukte auf. Ihr Anteil am Depot ist so berechnet, dass sie einen Totalverlust ausgleichen – vorausgesetzt, das Depot läuft so lange wie geplant (siehe Tabelle „Garantiefonds“).

Wer sein Geld mehr als 20 Jahre anlegen will, braucht keine Garantie, auch nicht unser Garantiedepot. Er hat genug Zeit, Kursschwankungen auszusitzen. Am besten schichtet er sein Geld einige Zeit, bevor er es benötigt, in sicherere Anlagen um. So sind Renditen von durchschnittlich 8 bis 10 Prozent pro Jahr möglich – und die Killer haben das Nachsehen.

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