Garantiefonds Test

Mit einem Garantiefonds sind Anleger vor Verlusten weitgehend geschützt. Das macht sie gerade in unruhigen Börsenzeiten besonders beliebt. Doch das kleinere Verlustrisiko geht zu Lasten der Renditechancen. Diese sind meist weit geringer als bei anderen Aktienprodukten: Zwar steigen auch die Kurse von Garantiefonds, wenn der Aktienmarkt zulegt - aber in weitaus geringerem Umfang. Finanztest hat die Vorjahres-Rendite von Garantiefonds ausgerechnet und mit einem passend zusammengestellten Garantiedepot verglichen. Ergebnis: Ein einfacher Mix aus Aktien und Zinspapieren bringt in den meisten Fällen mehr ein.

Zu diesem Thema bietet test.de einen aktuelleren Test: Garantiefonds

Garantie für Anleger

Garantiefonds stecken einen Teil der Anlegergelder in Aktien oder ähnliche Papiere, um von den Gewinnchancen der Aktienmärkte zu profitieren. Weil sie aber eine Garantie geben, investieren sie einen großen Teil der Gelder auch in Zinspapiere und andere sichere Investments. Garantiefonds geben Anlegern - wie der Name schon sagt - eine Garantie: Je nachdem, zu welchem Kursniveau Anleger einsteigen, erhalten sie entweder eine Verlustbegrenzung oder die Zusicherung über eine bestimmte Mindestrendite.

Offene und geschlossene Fonds

Es gibt offene und geschlossene Garantiefonds. Von offenen Fonds können Anleger praktisch zu jeder Zeit Anteile kaufen oder wieder abstoßen. Doch sie sollten aufpassen: Die Garantie greift nicht jederzeit. Sie ist vielmehr abhängig vom Garantierezept des Fonds. So kann der Schutz etwa nur zum Geschäftsjahres- oder Laufzeitende bestehen. Geschlossene Garantiefonds haben eine feste Laufzeit. Anleger können Anteile nur während weniger Wochen zu Beginn der Laufzeit kaufen. Danach gibt der Fonds keine Anteile mehr aus. Die Garantie von geschlossenen Fonds greift generell nur zum Laufzeitende. Wollen Anleger vorher aussteigen, müssen sie mit Abschlägen rechnen. Steigen die Kurse, passen die meisten Fonds mit fester Laufzeit die Garantiehöhe an. Auch Fonds mit unbegrenzter Laufzeit erneuern ihr Garantieversprechen regelmäßig. Sie legen dann jeweils einen neuen Tag fest, an dem die Garantie gilt.

Mehr Rendite mit Garantiedepots

Um herauszufinden, wie gut Garantiefonds abschneiden, hat Finanztest die Vorjahres-Rendite von ausgewählten Fonds ermittelt und mit selbst zusammengestellten Garantiedepots verglichen. Diese Garantiedepots bestehen wie die getesteten Garantiefonds aus Aktien und Zinsanlagen. Das Ergebnis: In 37 von insgesamt 43 Fällen liegt das von Finanztest selbst zusammengestellte Garantiedepot vorn. Die Garantiefonds entpuppten sich also als wahre Renditekiller. Untersucht wurden nur offene Fonds, die eine Garantie vertraglich zusichern. Diese beträgt zwischen 80 und 110 Prozent eines festgelegten Werts. Sie gilt jeweils zu einem festgelegten Termin. Wer vorher verkauft, kann also Verluste machen.

Besser selber zusammenstellen

Der Test zeigt: Selbst zusammengestellte Garantiedepots sind Garantiefonds fast immer überlegen. In das Depot sollten Aktien und kostenlose Banksparprodukte wie Festgelder kommen, die das Verlustrisiko am Aktienmarkt auffangen. Zudem gilt: Wer sein Geld länger als 20 Jahre anlegen möchte, braucht keine Garantie. Anlegern bleibt dann genügend Zeit, Kursschwankungen auszusitzen.

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