Garantiedepots mit Aktienfonds Meldung

Das Garantiedepot ­sichert vor dem ­finanziellen Absturz.

Anleger können ihr Geld sicher anlegen und trotzdem die Chancen der Aktienmärkte nutzen. Die clevere Kombination mit Festverzinslichen sichert das Kapital.

Menschen lieben das Risiko – und verabscheuen es zugleich. Für Extremsportler wäre es ziemlich reizlos, wenn sie von vornherein wüssten, dass ihnen gar nichts passieren kann. Auf der anderen Seite sind zum Beispiel Kletterer heilfroh, wenn der drohende Absturz durch Seil und Karabinerhaken gebremst wird.

Auch Anleger sind hin- und hergerissen zwischen den Reizen riskanter Geldanlagen und der Sicherheit, die ihnen langweilige Festzinsangebote bieten. Das Grundgesetz der Kapitalmärkte lautet nun einmal: Ohne Risiko gibt es keine hohen Renditen.

Verständlicherweise ist aber die Risikobereitschaft in den vergangenen drei Jahren stetig gesunken. Gebrannter Anleger scheut das Feuer. Fast jeder hat an den Aktienmärkten entweder selbst Geld verloren oder kennt zumindest jemanden, dem das passiert ist.

Jetzt lassen viele die Finger von Aktien. Doch vernünftig ist das nicht. Denn der katastrophale Kurseinbruch an den Börsen hat Aktien als Langfristanlage sehr viel interessanter gemacht.

Selbst wer einen Aufschwung auf Sicht von ein oder zwei Jahren für unwahrscheinlich hält, kann auf langfristig steigende Kurse setzen. Risikokapital bringt auf Dauer normalerweise eine höhere Verzinsung als sichere Anlagen. Gute Aktienfonds sind auch und gerade in schwierigen Zeiten eine gute Wahl.

Garantiedepot Marke Eigenbau

Garantiedepots mit Aktienfonds Meldung

Wie zerronnen, so gewonnen. Langfristig hat der Deutsche Aktienindex bislang noch jeden Rückschlag wieder wettgemacht. Oft dauerte es allerdings einige Jahre, ehe er die alten Höchststände überbieten konnte.
1. Zinsängste in den USA: Steigende Zinsen bei gleichzeitiger Überhitzung des Aktienmarkts führen zum Crash.
2. Erster Golfkrieg: Nach dem Überfall Iraks auf den Nachbarn Kuwait brechen die Märkte ein. Die Intervention der USA lässt die Kurse schnell wieder steigen.
3. Asienkrise: In Ostasien brechen die Wechselkurssystem zusammen. Dazu kommen Probleme Russlands mit der Schuldentilgung.
4. Die Internetblase platzt: Die Überbewertung von Technologieaktien bricht zusammen und löst einen weltweiten Kursrutsch aus - auch bei technikfremden Aktien.

Was sollten verunsicherte Anleger tun? Entweder sie geben sich mit den sicheren 3 bis 4 Prozent zufrieden, die sie derzeit für festverzinsliche Anlagen bekommen können. Oder sie entscheiden sich für ein Garantiedepot Marke Eigenbau.

Dieses Depot besteht aus einem festverzinsten Teil und einem Teil Aktienfonds. Egal, wie viel Geld der Anleger zur Verfügung hat, das Garantiedepot bietet in jedem Fall eine gute Mischung aus Chance und Risiko.

Der Anleger muss nur bereit sein, für bessere Gewinnchancen ein kleines Wagnis einzugehen. Er setzt nämlich die gesamte Verzinsung seines Geldes aufs Spiel. Das Garantiedepot garantiert ihm den Erhalt des ursprünglich eingesetzten Kapitals, nicht jedoch den Erhalt von Zinsen und Zinseszinsen.

Aussichtsreiche Strategie

Natürlich sind verlorene Zinsen kein Pappenstiel, auch wenn der Verlust weniger schmerzt als eine „echte“ Kapitaleinbuße. Seine Zinsen wird keiner leichtfertig aufs Spiel setzen. Ein Blick auf die Gewinnaussichten des Garantiedepots wird aber auch zögerlichen Anlegern Mut machen.

Finanztest hat berechnet, mit welcher Wahrscheinlichkeit ein Garantiedepot besser abschneidet als ein Depot, das Zinspapiere ohne jede Beimischung von Aktienfonds enthält. Grundlage der Berechnung ist die langfristige Wertentwicklung der internationalen Aktienmärkte von rund 10 Prozent pro Jahr. Je länger der Anlagezeitraum, desto näher kommt man an diesen Durchschnittswert heran. Selbst so extreme Ausschläge, wie wir sie in den vergangenen fünf Jahren hatten, spielen auf sehr lange Sicht keine große Rolle mehr.

Die Chancen, mit dem Garantiedepot eine bessere Wertentwicklung zu erzielen als mit einem reinen Festzinsinvestment, stehen gut. Selbst bei einem kurzen Anlagezeitraum von nur fünf Jahren erreicht ein Garantiedepot mit einer Wahrscheinlichkeit von zwei Dritteln eine höhere Wertentwicklung als ein reines Festzinsdepot, das mit 4 Prozent pro Jahr verzinst wird.

Bei längeren Anlagezeiträumen sind die Chancen des Garantiedepots sogar noch besser. So haben Anleger auf Sicht von zwanzig Jahren eine Chance von 80 Prozent, mit ihrem Garantiedepot mehr zu erreichen als mit einem Festzinsprodukt, das 5 Prozent pro Jahr abwirft.

Kein Risiko beim Zinsteil

Die Garantie für das Depot funktioniert aber nur, wenn die Anteile richtig festgelegt sind. Wie viel der Anleger in Aktienfonds stecken kann, hängt davon ab, mit welchen Zinseinnahmen er für den Rest des Geldes rechnen kann.

Für den festverzinsten Teil des Garantiedepots ist natürlich jedes Risiko tabu. Anleger sollten nur auf Anleihen höchster Schuldnerqualität (Bonität) bauen, zum Beispiel auf Bundesanleihen. Auch Sparbriefe oder Festzinskonten mit langer Laufzeit kommen infrage.

Eine möglichst hohe Verzinsung ist wünschenswert, aber sie sollte nicht das Maß aller Dinge sein. Wichtig ist auch, dass der Zins für längere Zeit garantiert ist. Schließlich kommt es darauf an, dass die Zinsen möglichst über die gesamte Anlagedauer verlässlich fließen. Also lieber auf das letzte Zehntelprozent verzichten und dafür einen Garantiezins für fünf Jahre festschreiben.

Wer sich dennoch auf Angebote ohne längerfristige Zinsgarantie einlässt, muss bei seinen Berechnungen für das Gesamtdepot einen Puffer einkalkulieren. Ansonsten sind böse Überraschungen programmiert. Angebote mit variablem Zins scheiden von vornherein aus, auch wenn sie vielleicht anfangs ein wenig mehr bieten.

Risiko nach Wunsch

Wie sich das selbst gestrickte Garantiedepot genau zusammensetzt, hängt aber nicht nur von der Verzinsung ab. Wichtig ist auch die Anlagedauer. Die Tabelle („Fünf Schritte...“) zeigt, dass im Depot umso mehr Aktienfonds liegen können, je länger jemand sein Geld anlegt und je höher der sichere Anteil verzinst wird.

Entscheidend ist außerdem, welchen Verlust der Anleger für den spekulativen Depotanteil maximal erwartet: Je geringer der einkalkulierte Verlust für den Aktienfonds, desto mehr kann er davon ins Depot packen.

Die Zinskomponente lässt sich planen, das Verlustrisiko ist dagegen eine Sache der Einschätzung. In der Boomphase bis zur Jahrtausendwende wurden Pessimisten, die eine Halbierung des Dax für möglich hielten, nur verspottet. Inzwischen haben Anleger, die zum ungünstigsten Zeitpunkt indexnah investiert haben, rund zwei Drittel verloren. Und selbst vom heutigen niedrigen Niveau ausgehend ist jede Verlustrechnung zwangsläufig spekulativ.

Finanztest hat als Anhaltspunkt die maximalen Verluste bekannter Aktien und Aktienfonds berechnet. Die Ergebnisse sind zum Teil verblüffend. Dass Anleger mit der Allianz-Aktie fast 90 Prozent einbüßen konnten, hätte bis vor kurzem kaum einer für möglich gehalten. Das Versicherungspapier galt als kreuzsolide, eher konservative Anlage.

Auf der anderen Seite wird der weltweit anlegende Aktienfonds Templeton Growth seinem Ruf als solide Langfristanlage gerecht. In den vergangenen 20 Jahren hat er nie viel mehr als 35 Prozent eingebüßt. Damit hat er die größten Börsenturbulenzen seit der Weltwirtschaftskrise vergleichsweise gut gemeistert.

Für Anleger ist es sinnvoll, ihr Garantiedepot irgendwo zwischen dem fast 90-prozentigen Verlust der Allianz-Aktie und den gut 35 Prozent Verlust des Templeton Growth einzurichten. Wie das genau funktioniert, erklären wir unter „Fünf Schritte zum Garantiedepot“.

Wer für den spekulativen Depotanteil einen Totalverlust einkalkuliert, geht ganz sicher, dass sein eingesetztes Kapital erhalten bleibt. Doch er beraubt sich auch einiger Gewinnchancen, weil er viel weniger Geld in Aktienfonds stecken kann.

Chancen und Risiken des spekulativen Depotanteils lassen sich erhöhen, indem Anleger statt Aktienfonds Einzelaktien, Zertifikate oder Optionsscheine wählen. Dann ist es sinnvoll, einen Totalverlust einzuplanen.

Finanztest hält die vorsichtigere Variante mit bewährten Aktienfonds (siehe Tipps) für besser. Doch das Garantiedepot erlaubt Anlegern beliebige Experimente: Chance und Sicherheit sind eben kein unüberbrückbarer Gegensatz.

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