Garan­tiedepot

Inflation: Mehr Aktien können mehr Sicherheit bringen

19

Jetzt sparen heißt: Das Geld wird später ausgegeben. Ärgerlich, wenn dann die Erspar­nisse weniger wert sind als heute. Die Inflation zehrt nicht nur an der Rendite, sie greift unter Umständen auch das Vermögen selbst an.

Eine besonders große Gefahr ist sie allerdings für Geld, das in Zins­produkten steckt. Als reine Geld­werte sind diese vor einem Geld­wert­verfall nicht geschützt.

In unser Garan­tiedepot haben wir keinen Inflations­schutz einge­rechnet. Im Garan­tief­all, wenn Anleger tatsäch­lich nur ihr einge­setztes Geld wiederbe­kommen, verlieren sie Kauf­kraft. Bei Inflations­raten von 2 Prozent pro Jahr sind 1 000 Euro nach fünf Jahren noch rund 905 Euro wert, nach zehn Jahren noch 820 Euro.

Das Problem ist: Hätten wir die Inflation einge­rechnet, dann wäre der Zins­anteil noch größer und der Aktien­teil noch kleiner geworden. Sprich: Der Anteil an Geld­anlagen, die nicht vor Inflation schützen, wäre zulasten der Aktien gewachsen. Das ist paradox. Anleger, die Angst vor Inflation haben, müssten eigentlich mehr Aktien oder Aktienfonds kaufen.

Aktien haben in der Vergangenheit den besten Inflations­schutz geboten. Das hatte unsere Analyse von Bundes­anleihen, Aktienmärkten und Gold der vergangenen 40 Jahre ergeben (siehe test.de/fonds).

Mit Bundes­anleihen könnte man gar kein Garan­tiedepot mehr bauen. Die Renditen selbst von lang­laufenden Bundes­anleihen bringen zurzeit kaum mehr als 2 Prozent. Unterstellt man künftig eine Inflations­rate von 2 Prozent, was ungefähr dem Inflations­ziel der Europäischen Zentral­bank entspricht, bliebe für den Aktien­anteil nichts mehr übrig.

Garan­tiedepot - Ein Depot mit Garantie und Chancen
© Stiftung Warentest
19

Mehr zum Thema

  • Depotcheck So optimieren Sie Ihr Wert­papierdepot

    - Einmal im Jahr sollte jeder sein Wert­papierdepot checken und ausmisten. Hier erklären die Anla­geexperten der Stiftung Warentest, wie das einfach und effektiv gelingt.

  • Corona-Krise und die Aktienmärkte So entwickelten sich die Märkte seit dem Corona-Crash

    - Ein Jahr nach dem Tief­punkt des Corona-Crashs haben sich die Börsen erholt und erreichen neue Höchst­stände. Wir zeigen, wie sich verschiedene Anlagen entwickelt haben.

  • Raisin Invest ETF Configurator Ein Helfer fürs ETF-Portfolio

    - Das Fintech Raisin bietet mit dem Raisin Invest ETF Configurator einen neuen ETF-Portfolio-Helfer an. Die Stiftung Warentest hat sich das Angebot angeschaut.

19 Kommentare Diskutieren Sie mit

Nur registrierte Nutzer können Kommentare verfassen. Bitte melden Sie sich an. Individuelle Fragen richten Sie bitte an den Leserservice.

Nutzer­kommentare können sich auf einen früheren Stand oder einen älteren Test beziehen.

OK-Consult am 01.09.2012 um 17:02 Uhr
Steuerliche Ungenauigkeit

Der Artikel sagt aus, man müsse hinsichtlich der Garantiewerte auf die Nachsteuerverzinsung abstellen - dem ist nur dann so, wenn Einzelaktien gekauft werden, was bei dem Betrag ohnehin nicht gebühreneffizient möglich sein dürfte. Nimmt man einen Fonds oder ETF, wäre der Verlust der Aktienkomponente mit dem Gewinn der Zinskomponente verrechenbar und die einbehaltene Abgeltungssetuer würde beim Verkauf im Verlust erstattet.
Bei der genannten Höhe der Anlagebeträge hielte ich aber einen langjährig guten Mischfonds wie den Carmignac Patrimoine für die deutlich bessere Alternative, solange man ihn ohne Agio kaufen kann.
Bei den aktuell niedrigen Zinsen ist die explizite Garantie m.E. einfach zu teuer.

Takki am 30.08.2012 um 22:59 Uhr
@Zoltan_Jana

Übrigens würde ich auch gern den Artikel lesen, bei dem vor der Kaupthing gewarnt wurde und die Zinsrangliste, in der die Kaupthing nicht aufgeführt war. Zins ist ein Gradmesser für das Risiko - je höher der Zins, desto höher das Risiko. Ansonsten würde da die Allianz sofort ein paar hundert Milliönchen parken. Aber der geneigte Geldanleger bringt sein 1.700 Euros schon wieder zu diesen Banken - Gier frisst Hirn.

Takki am 30.08.2012 um 22:55 Uhr
Fortsetzung

... und nicht Griechenland, die ein Jahrzehnt lang alle EURO-Staaten mit bewusst gefälschten Statistiken belogen haben. DENKEN IST ERLAUBT. Wenn man es kann.

Takki am 30.08.2012 um 22:53 Uhr
@Zoltan_Jana

"Das(s) Sie zwischen der Sicherheit einer Unternehmensanleihe und einem Festgeld keinen Unterschied machen, wundert mich da nicht mehr..."
Nicht beleidigen, wenn man selbst nicht lesen kann. Da steht "Festzinsanlage" und "Festzinprodukt", das "Festgeld" wird später nur als "Beispiel" genutzt. Und das "Beratungsprotokoll" kann gleich zu den AGB geheftet werden, die Sie natürlich auch immer erste studieren, bevor Sie bei Woolworth einkaufen. Glückwunsch. Nochmals: Gehen Sie zu dem Berater Ihres Vertrauens, egal, ob Beratungsprotokoll oder nicht. Was nützt eine schlechte Beratung mit einem schönen Protokoll? Ist ein Tipp von jemandem, der das jahrelang gemacht hat. Ich frage mich übrigens, wer das Wort Emittentenrisiko bei einer Anlageberatung vor Lehman bei einer Bankanleihe oder einem Bankzertifikat gehört hat. Das sind sicher die gleichen, die jetzt den Medien glauben, der Spekulant (den ich noch nie gesehen habe, was praktisch ist, dann so kann er sich nicht verteidigen) wäre schuld,

Gelöschter Nutzer am 30.08.2012 um 13:32 Uhr
@StiWa

Ja, in dem genannten Artikel tun sie es durchaus. Und das ist richtig und wichtig. Nur liest sich dann ihre Einschätzung in anderen Artikeln komplett gegensätzlich, wenn sie z. B. von "absolut sicher" sprechen, was nachweislich falsch ist.