Galaxy S6 und S6 Edge Schöner, schneller, nicht unbe­dingt besser

14
Galaxy S6 und S6 Edge - Schöner, schneller, nicht unbe­dingt besser
Die neuen Samsung-Flaggschiffe: S6 (links) und S6 Edge. © Stiftung Warentest

Alle Jahre wieder versetzt Smartphone-Markt­führer Samsung Handy-Fans mit einer neuen Generation seiner Galaxy-S-Flaggschiffe in Wallungen. Das S6 und S6 Edge bringen nun nicht nur die üblichen tech­nischen Weiter­entwick­lungen, sondern auch einige grund­legende Änderungen beim Design. Die werden nicht allen gefallen. Der Schnell­test zeigt: Auch tech­nisch bringen die Neuen nicht nur Verbesserungen.

Inhalt

[Update 06.05.2015] Voll­ständige Ergeb­nisse jetzt im Produktfinder Handys

Ab heute sind die voll­ständigen Test­ergeb­nisse zum Galaxy S6 und zum Galaxy S6 Edge im Produktfinder Handys zu finden. Insgesamt umfasst die Daten­bank damit jetzt 313 Handys. [Ende Update]

Ein neues Design – das irgendwie bekannt vorkommt

Vom ersten Galaxy S von 2010 bis zum Galaxy S5 des vergangenen Jahres gab es bei Samsungs Flaggschiffen ein paar Konstanten: Gehäuse­rahmen und Rücken­deckel waren aus Kunststoff – designbewusste Spötter fanden dies schon immer eines Luxus-Smartphones unwürdig. Pragmatische Fans dagegen wussten zu schätzen: Anders als gewisse andere Edel-Smartphones boten auch die teuersten Samsung-Handys stets einen wechsel­baren Akku und einen Steck­platz für eine Speicherkarte. Beides ändert sich nun mit der neuesten Generation: Beim S6 und S6 Edge dominieren Glas und Metall. Das lässt beide Geräte in der Tat wertiger und edler anmuten als ihre Plastik-Vorgänger. Besonders beim S6 führt das neue Design allerdings auch zu einer erhöhten Ähnlich­keit zum Erzrivalen, dem iPhone 6. Unver­wechsel­bar ist anders.

Mehr Schein, weniger Sein

Leider erstreckt sich die Annäherung an das kalifor­nische Vorbild auch auf die Ausstattung: Wie bei den iPhones und seit einiger Zeit auch bei immer mehr Androiden ist der Akku der neuen Samsung-Flaggschiffe nicht vom Anwender zu wechseln. Das allein schon wird manchen Samsung-Fan verschre­cken. Mindestens genauso ärgerlich: Auch ein Steck­platz für eine Speicherkarte fehlt. Wie bei den iPhones muss sich der Käufer vorher genau über­legen, wie viel Speicher er braucht – später nach­rüsten ist nicht. Und wie bei den iPhones sind die Preise für mehr internen Speicher bei Samsungs Neuen happig: Das Galaxy S6 kostet mit bescheidenen 32 Gigabyte 700 Euro, mit luxuriösen 128 Gigabyte sind es 200 Euro mehr. Zum Vergleich: Eine 128-Gigabyte-Speicherkarte ist schon um die 80 Euro zu haben.

Gegen Aufpreis mit Kurve

Galaxy S6 und S6 Edge - Schöner, schneller, nicht unbe­dingt besser
Die gebogenen Displaykanten des S6 Edge sehen schick aus, verbessern aber nicht die Lesbarkeit an den Bild­rändern. © Stiftung Warentest

Größter Blick­fang von gehobenen Samsung-Modellen ist seit jeher ihr brillantes Display. Das immerhin hat sich bei den Neuen nicht geändert. Dabei setzt Samsung besonders bei der Auflösung noch einen drauf: 2560 mal 1440 Pixel bei knapp 13 Zenti­meter Display-Diagonale – das sorgt für ein beein­druckend scharfes Bild. Beim S6 ist das Displayglas an den Seiten nach hinten gebogen. Das gibt der Edge-Variante ein elegantes und sehr eigen­ständiges Äußeres. Allerdings ist die schicke Biegung nicht immer praktisch: Je nach Blick­winkel und Display­inhalt kann sie am Bild­rand die Lesbarkeit beein­trächtigen, bei ungüns­tigen Licht­verhält­nissen begüns­tigt sie störende Reflexionen. Zudem schmiegt sich das S6 Edge mit seinem schmaleren Metall­rahmen weniger angenehm in die Hand als das S6. Ob die schönen Kurven 150 Euro Aufpreis gegen­über dem ansonsten gleich ausgestatteten S6 wert ist, ist letzt­lich Geschmacks­sache.

Viel Leistung, gute Fotos

Galaxy S6 und S6 Edge - Schöner, schneller, nicht unbe­dingt besser
Die Kamera des S6 und S6 Edge ragt aus dem ansonsten flachen Gehäuse hevor. © Stiftung Warentest

In den meisten Test­disziplinen zeigen die neuen Flaggschiffe erwartungs­gemäß gute bis sehr gute Leistungen. Der neue Acht­kern­prozessor arbeitet sehr schnell, erhitzt die Geräte bei längerem Betrieb mit sehr rechen­intensiven Apps allerdings auch mal auf 47 Grad. Beide Geräte zeigen eine gute Netz­empfindlich­keit. Wie schon das Galaxy Note 4 unterstützen sie bereits die neueste Generation der Funk­technik LTE mit bis zu 300 Megabit pro Sekunde im Download – sofern das Netz schon entsprechend ausgebaut ist. Die GPS-Ortung funk­tioniert bei beiden schnell und präzise. Ihre Kamera hat einen optischen Bild­stabilisator und macht so bei wenig Licht bessere Bilder als der Vorgänger S5. Auch die Video­qualität hat sich gegen­über der des S5 verbessert – an die von Apples iPhone 6 und 6 Plus reicht sie aber nicht heran.

Akku war schon mal besser

Neben all den tech­nischen Fort­schritten gibt es aber auch einen Rück­schritt – und zwar beim Akku. Der ist beim S6 und S6 Edge schwächer als beim S5 und hält im Test zumindest in einigen Betriebs­zuständen auch weniger lang durch. Verbessert hat sich die Akku­leistung beim Surfen per LTE: Hier hält das S5 5 Stunden durch, die Nach­folger S6 und S6 Edge schaffen 6,5 beziehungs­weise 5,5 Stunden. Anders beim Surfen per UMTS: Hier schaffen die Neuen nur 5 beziehungs­weise 4,5 Stunden – der Vorgänger S5 hält 7 Stunden durch! Auch bei der Telefonierdauer liegen S6 und S6 Edge zwar klar vor dem iPhone 6, aber deutlich hinter dem Galaxy S5. Insgesamt schlagen sie sich in der Akku­leistung gut, aber bei weitem nicht so über­ragend wie ihr Vorgänger.

Fazit: Ein riskanter Wandel

Wie nicht anders zu erwarten sind auch Samsungs neue Flaggschiffe Spitzengeräte. Doch die neue Design-Strategie scheint nicht ohne Risiko. Die neuen Materialien wirken edler, lassen aber besonders das S6 auch verwechsel­barer erscheinen. Das S6 Edge wirkt im Design eigen­ständiger, aber nicht unbe­dingt praktischer. Fehlender Speicherkarten-Slot und fest­verbauter Akku mit guten, aber nicht über­ragenden Lauf­zeiten könnten manchen treuen Fan vergrätzen.

Tipp: Der Produktfinder Handys liefert Test­ergeb­nisse, Preise und Ausstattungs­details zu ((handys2011_s:Anz_Prod)) Smart­phones und ((handys2011_m:Anz_Prod)) Multi­media­handys.

14

Mehr zum Thema

  • Samsung Galaxy Fold 5G Das erste falt­bare Smartphone im Test

    - Nach Display-Defekten an Testgeräten hat Samsung sein 2100 Euro teures Flaggschiff-Smartphone Galaxy Fold 5G mit etwas Verzögerung nun doch in den Handel gebracht. Die...

  • Handy mit Finger­abdruck entsperren Sicher­heits­lücke bei Samsung-Handys

    - Smartphone-Riese Samsung hat Probleme beim Finger­abdruck­scanner seiner Spitzen-Smartphones Samsung Galaxy S10 5G, S10 und S10+ sowie Note 10 und 10+ einge­standen....

  • Samsung Galaxy S21, S21+ und S21 Ultra im Test Potent, robust – aber ohne Ladegerät

    - Samsung legt seine Flagschiffreihe jähr­lich neu auf. 2021 sind es Samsung Galaxy S21, Galaxy S21+ und Galaxy S21 Ultra. Die Stiftung Warentest hat alle drei Modelle...

14 Kommentare Diskutieren Sie mit

Nur registrierte Nutzer können Kommentare verfassen. Bitte melden Sie sich an. Individuelle Fragen richten Sie bitte an den Leserservice.

Nutzer­kommentare können sich auf einen früheren Stand oder einen älteren Test beziehen.

Testjunkie am 31.10.2015 um 19:03 Uhr
Abwarten und Däumchen drehen ; )

Auf jeden Fall wird mich der festverbaute Akku und die intern verbaute Speicherkarte von einem Umstieg abhalten ...habe S2 S3 und nun S5 besessen und nun warten wir mal aufs S7
Im Übrigen Danke ich der Stiftung Warentest zutiefst für solche gratis Schnelltests !

Profilbild Stiftung_Warentest am 06.05.2015 um 13:29 Uhr
@nico.schmitz: S6 und S6 Edge

Ausführliche Testergebnisse zu beiden Geräten stehen jetzt im Produktfinder. Danke fürs Warten! (Bu)

nico.schmitz am 03.05.2015 um 11:07 Uhr
Wann im Produktfinder?

Hallo und danke für den Test! Ab wann ist er im Produktfinder enthalten?

eugen_k am 23.04.2015 um 14:45 Uhr
An Redaktion:

Hallo,
hat der Note 4 eigentlich dieselbe Kamera wie S6?
S5 soll ja eine sehr ähnliche haben - nur ohne optischen Bildstabilisator?!?
Danke!

eugen_k am 23.04.2015 um 14:07 Uhr
An Blue765:

ja das möchten Sie - Handy länger als 2 Jahre behalten - nicht die Hersteller! ;-(
Aber genau so geht es mir auch! Ich würde gern mein Handy nach 2 jahren noch an meine Kinder "vererben"...
Bei uns ist es zwar noch nicht so schlimm, in China z.B. rennt jeder zweite mit einem iPhone (oder auch Nachbau), ABER MIT ANGESCHLOSSENEM EXTERNEN AKKU!!! Das möchte ich mir ersparen...
Sicher wird es Firmen geben, die das Handy (fachmännisch) öffnen und Akku tauschen können - es wird aber nicht billig. Und selbst das Akku wechseln würde ich mich wohl nach Berichten von iFixit, nicht trauen... Also wird es dann ein teurer Brifbeschwerer... Aber ein schöner! ;-)