Teurer als ein Tablet und ein Smartphone zusammen: Das Luxus­handy Galaxy Fold.

Nicht nur Technik-Nerds, auch unsere Tester waren schon sehr gespannt. Doch auch sie müssen nun länger warten. Denn nach Display-Defekten an Testgeräten bringt Samsung sein 2000 Euro teures Flaggschiff-Smartphone Galaxy Fold vor­erst nicht in den Handel. Das ruft Erinnerungen an ein anderes Fiasko des Elektronik-Konzerns wach.

Käufer müssen sich gedulden

Für den 3. Mai hatte Samsung den Verkaufs­start seines falt­baren Smartphones in Deutsch­land angekündigt. Daraus wird nun nichts. Nachdem bei Testgeräten das Display ausgefallen war, verschiebt der südkorea­nische Smartphone-Konzern die Markt­einführung seines neuen Leit­produkts zunächst auf unbe­stimmte Zeit. Das Galaxy Fold sollte das erste Smartphone sein, dessen Display sich wie ein Buch aufklappen lässt – bis zur Größe eines kleinen Tablets. Einen neuen Verkaufs­start­termin für das Gerät will Samsung in den nächsten Wochen bekannt geben. Reser­vieren ließ sich das Gerät in Deutsch­land bislang noch nicht.

Schwach­stelle Display

Eine erste Analyse der Displaydefekte deutet laut Samsung darauf hin, dass es am Scharnier des Falt­displays gelegen haben könnte. In einem Fall hätten auch Stoffe im Inneren des Geräts das Display beein­trächtigt. Samsung will nun Stabilität und Schutz des Displays verstärken – und auch die Anleitung zur Verwendung und Pflege des Displays verbessern. Einige der journalistischen Tester hatten die Schutz­schicht des Displays nämlich für eine Display­schutz­folie gehalten und entfernt. Samsung stellte nun klar, dass die Schutz­schicht nicht entfernt werden darf. Falt­displays haben bislang eine Oberfläche aus Plastik, bieg­sames Glas für Smartphone-Bild­schirme wird derzeit erst entwickelt.

Erinnerung an Note-7-Debakel

Das Ganze erinnert an das Debakel um das Galaxy Note 7. Im Herbst 2016 hatte Samsung den Verkauf seines damaligen Spitzenmodells gestoppt und alle Geräte zurück­gerufen. Grund war, dass Smartphones wegen fehler­hafter Akkus heiß­gelaufen und sogar in Brand geraten waren. Die Luft­hansa und weitere Fluggesell­schaften untersagten darauf­hin ihren Passagieren, das Note 7 mit an Bord zu nehmen. Die Verbote galten auch für die angeblich sicheren Austauschgeräte, die Samsung seinen Kunden als Ersatz für defekte Smartphones geliefert hatte. Denn auch einzelne Ersatz­geräte über­hitzten und gerieten in Brand. Wohl um ein ähnliches Fiasko zu vermeiden, hat Samsung nun beim Galaxy Fold früh­zeitig die Notbremse gezogen.

Tipp: Wie die Stiftung Warentest die aktuellen Samsung-Spitzenmodelle Galaxy S10+, S10 und S10e bewertet, zeigt unser Schnelltest zur Galaxy-10-Reihe. Egal ob Samsung, Apple oder Huawei: Wir testen laufend fast alle Handys, die auf den Markt kommen. Test­ergeb­nisse zu 294 Handys finden Sie in unserem großen Smartphone-Test.

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