Das Geschäft der Firma GSDI Cyprus Ltd. aus Nord-Zypern klingt fantastisch. Mithilfe der „G-Com-Technik“ könne man Daten von einem Computer zum anderen senden – ohne Kabel oder künstlich erzeugte Wellen. Allein über natürliche Gravitationswellen sei bereits eine Übertragung gelungen. So entfalle Elektrosmog und die Technik gewähre völlige Datensicherheit.

Noch fantastischer klingt die Rendite, die bekommt, wer der GSDI Geld auf ein österreichisches Konto überweist. Ab einer Mindestsumme von 1 000 Euro gebe es monatliche „Patentrenditen“, und zwar insgesamt 90 Prozent nach fünf Jahren. Dazu sollen noch „sehr vielversprechende“ Beteiligungsgewinne kommen.

Das alles verspricht die Leipziger SVI GmbH, die die Beteiligung gemeinsam mit einer Wirtschaftskanzlei C. Richardt vermittelt. Bereits 2 750 Menschen hätten über die SVI Geld angelegt, teilte die Wirtschaftskanzlei mit.

Die zypriotische Yesilada Bank, die Eigentümerin der GSDI sei, begleite das Projekt. Die Bank, die in Deutschland keine Geschäfte machen darf, teilte wiederum mit, dass die GSDI lediglich Kunde der Bank sei.

Finanztest rät, die Finger von den Angeboten zu lassen. Die Wundertechnologie wurde nicht – wie behauptet – gemeinsam mit Microsoft entwickelt. Die von der Wirtschaftskanzlei ­behauptete Listung der Firma GSDI im „Neuheitenpool“ von Microsoft („Kennnummer 67775“) ist Quatsch. Diesen Pool gibt es nicht. Auch Belege dafür, dass sich die zugrunde liegende Technologie „international etabliert“ habe, werden nicht geliefert. Und trotz des Versprechens einer „Patentrendite“, die bereits durch den Verkauf von Lizenzen an andere Firmen erwirtschaftet sein soll, bleiben Patentanmeldungen oder Patentnummern geheim. Geheim sind auch die Firmen, die angeblich schon Lizenzen erworben haben.

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