Seit dem 5. April 2018 geht die Bundes­netz­agentur (BNA) gegen GPS-Tracker mit integriertem Mikrofon vor. So sollen Lausch­angriffe unterbunden werden. „Damit die Privatsphäre der Träger und der Umge­bung der Ortungs­geräte geschützt wird, ziehen wir diese aus dem Verkehr“, erklärte BNA-Präsident Jochen Homann. Das Mikrofon der Tracker lasse sich nämlich auch unbe­merkt akti­vieren.

GPS-Tracker mit Abhör­funk­tion aus dem Verkehr gezogen

Per Pressemitteilung fordert die Bundes­netz­agentur Besitzer von GPS-Trackern mit Mikrofon dazu auf, ihre Geräte zu vernichten. Solche GPS-Tracker nutzen das Mobil­funk­netz, um die Position von Auto, Fahr­rad, Haustier oder Kind an denjenigen zu senden, der den Tracker einge­richtet hat. Modelle mit integriertem Telefon funk­tionieren wie eine „Wanze“ und erlauben auch das Mithören. Daher stuft sie die Bundes­netz­agentur als verbotene Sende­anlage ein und zieht sie nun aus dem Verkehr. Wer ein solches Gerät besitzt, muss es vernichten und einen Nach­weis darüber aufbewahren (Details siehe Pressemitteilung).

Ohne Mikro legal

Viele GPS-Tracker geben Alarm, wenn das so gesicherte Fahr­zeug, Haustier oder Kind einen definierten Bereich verlässt – diese Alarm-Funk­tion nennt sich Geofencing. Außerdem senden die Geräte kontinuierlich oder auf Abfrage ihre Position. Fuhr­park­betreiber nutzen GPS-Tracker als Diebstahl­schutz und zur Prozess­optimierung, besorgte Eltern platzieren solche Geräte im Schulranzen und halten ihr Kind so „an der langen Leine“. Das ist recht­lich durch­aus zulässig. Belange des Daten­schutzes sind dabei natürlich zu berück­sichtigen. So muss der Betroffene über die Maßnahme informiert werden.

Mikrofon könnten Fremde akti­vieren

Die von der Bundes­netz­agentur bean­standeten Modelle mit Monitor- beziehungs­weise Mithörfunk­tion werden über App oder SMS akti­viert. Dann sendet der Tracker außer den Positions­daten auch die in der Nähe geführten Gespräche und Geräusche. Zugriff hat jeder, der die Telefon­nummer der Sim-Karte des Trackers kennt. Modelle mit Lausch­funk­tion sind schon für deutlich unter 50 Euro im Online­handel erhältlich. Einige haften magnetisch an metallischen Objekten. Sie lassen sich faktisch im Vorbeigehen platzieren, wie im Spionage­thriller. Das ist aber nicht cool, sondern verboten. Nach­fragen nimmt die Bundes­netz­agentur unter der E-Mail­adresse spionagegeraete@bnetza.de entgegen.

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