GPS-Empfänger Test

Unzählige Satelliten umkreisen die Erde. Ihre Aufgaben sind vielfältig. Zwei Dutzend der künstlichen Trabanten haben aber nur eine Mission: Menschen den richtigen Weg zu weisen. Wer mit ihnen Verbindung aufnehmen und um Rat fragen will, muss allerdings einen GPS-Empfänger besitzen. Dann bekommt er eine - bis auf drei Meter genaue - Auskunft über seine irdische Position. test zeigt elf mobile GPS-Empfänger. Nicht alle eignen sich als zuverlässige Wegweiser.

Stadt, Land, Fluss

Seit Jahrtausenden benutzen Menschen die Navigation, um ihren Standort zu bestimmen und den richtigen Kurs zu halten. Fast jede Methode bringt Probleme mit sich. Die terrestrische Navigation hat den Nachteil, dass sie lokal beschränkt ist. Ein Wanderer kann sich nur an Flüssen oder Bergen orientieren, die auf seiner Karte eingezeichnet sind. Auf hoher See gibt es gar keine Orientierungspunkte. Deswegen berechnen Seefahrer ihre Position mit Hilfe der Sterne - Astronavigation genannt. Voraussetzung: Ein Sextant, klarer Himmel und somit freie Sicht ins All.

Immer für Sie da

Seit circa zehn Jahren gibt es ein Navigationssystem, das die traditionellen weitgehend abgelöst hat: das Global Positioning System (GPS). Wanderer und Seefahrer verlassen sich auf je ein Dutzend Satelliten über der Nord- und der Südhalbkugel. Sie umrunden zwei Mal täglich die Erde und senden permanent Signale. Der GPS-Empfänger wandelt die Daten um und ermittelt mit erstaunlicher Exaktheit den Ort, an dem sich der Hightech-Wanderer befindet. Am genausten arbeiten vier Geräte von Garmin: nur drei Meter Abweichung - ein Spitzenwert.

Digitale Karten

Doch was nutzt es dem normalen Wanderer, wenn sein Gerät plötzlich als Ergebnis den Längen- und Breitengrad 52°/30'/59''-13°/22'40'' ausspuckt. Dass er damit direkt am Brandenburger Tor steht, sieht er schneller, wenn er seinen Blick vom Display hebt. In freier Natur ist das schon anders: In Kombination mit einer Karte kann der Wanderer in unbekannter Umgebung seinen Standort bestimmen und weiß, welchen Weg er nehmen muss. Dennoch ist es kompliziert und zeitaufwändig ständig die digitalen Koordinaten mit dem analogen Material abzugleichen. Deshalb lassen sich viele GPS-Geräte mit digitalen Karten speisen. Das Display zeigt dann die Position direkt auf dem Lageplan an. Die Qualität der Karten ist sehr unterschiedlich. Das teuerste Gerät im Test, das GPS-Handy Nav Talk für 1 200 Euro, wird mit detaillierten Plänen auf CD-Rom ausgeliefert. Ähnlich wie das GPS-System in Autos weist das Handy sogar per Sprachausgabe den Weg.

Breadcrump Trail

Für Wanderer, denen der Weg wichtiger als das Ziel ist, bieten GPS-Geräte einen besonderen Service: die Breadcrump Trail (Brotkrumenspur). Auf dem Display ist der Verlauf des zurückgelegten Weges zu sehen und das Gerät speichert diesen auch. Nun kann etwa der Heimweg exakt der Route des Hinwegs folgen. Ist der Wanderer der Meinung, dass er eine ganz besonders schöne Strecke gefunden hat und auch andere seinen Fußstapfen folgen sollten, dann stellt er die Route anderen GPS-Fans zur Verfügung. Zum Beispiel im Internet: GPS-World. Einige Anbieter wie Benefon bieten auf ihrer Homepage 500 Kartenblätter gratis an. Allerdings gabs im Test Probleme beim Download. Zudem ist die Qualität der kostenlosen Karten schlecht.

Mehr als ein Kompass

Einige GPS-Geräte haben hilfreiche Zusatzfunktionen. So bieten zum Beispiel Garmin eTrex Summit/Vista und Magellan Meridian Platinum einen elektronischen Kompass und einen barometrischen Höhen- oder Luftdruckmesser. Die Magellan Meridian und Spor Trak Pro eignen sich wegen der Marine-Karte für den Einsatz auf dem Wasser. Alle Magellan-Modelle und Garmin GPS 72 können auch mal mit dem Wanderer abtauchen. Falls etwa ein Fluss durchquert werden muss oder das Schlauchboot kentert. Doch Meridian Platinum schluckte im Test Wasser und erhörte die Signale der Satelliten nicht mehr.

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