Die Futura Finanz und ihr Chef Michael Turgut haben offenbar kein Geld mehr. Turgut ist kurz nach Anmeldung der Futura Finanz-Insolvenz beim Amtsgericht Hof verhaftet worden. Unklar ist, ob auch die IFF AG betroffen ist, bei der Turgut als Vorstand fungiert.

[Update 11.01.2007] Das Amtsgericht Hof hat nach einem Bericht der Frankenpost die das Insolvenzverfahren über zwei Futura Finanz-Unternehmen eröffnet. Details am Ende der Meldung.

[Update 18.01.2007] Michael Turgut ist wieder frei. Details am Ende der Meldung.

Risiken falsch dargestellt

Gerade noch hatte der Bundesgerichtshof entschieden: Die Futura Finanz haftet Anlegern auf Schadenersatz, weil ihre Vermittler Risiken der Geldanlagen nicht korrekt dargestellt hatten. Das Unternehmen hatte seine Mitarbeiter unter anderem stille Unternehmensbeteiligungen als sichere Geldanlage für die Altersvorsorge verkaufen lassen. Futura Finanz-Vertreter vermittelten zahlreiche Verträge mit Unternehmen der inzwischen insolventen Göttinger Gruppe, der Frankonia und der Deutsche Anlagen AG. Möglicherweise wird das höchstrichterliche Urteil geschädigten Anlegern kaum noch etwas nutzen. Wenn die Futura Finanz insolvent ist, können Forderungen gegen sie nicht mehr vollstreckt werden.

Verhaftung wegen alter Verurteilung

Auch Michael Turgut persönlich hat offenbar kein Geld mehr. Kurz vor Weihnachten ließ ihn die Staatsanwaltschaft Hof verhaften. Turgut war 2005 wegen Steuerhinterziehung zu einem Jahr Haft auf Bewährung verurteilt worden und musste außerdem als Auflage einen hohen Geldbetrag zahlen. Weil er fällige Raten nicht zahlte, widerrief das Amtsgericht Hof die Aussetzung der Strafe zur Bewährung. Dagegen legten Turguts Verteidiger sofortige Beschwerde beim Landgericht Hof ein. Um die Vollstreckung der Haftstrafe zu sichern, erließen die Richter Haftbefehl und ließen Turgut einsperren. Sie sehen Fluchtgefahr. Über einen Zusammenhang zwischen Haftbefehl und Insolvenzanmeldung könne er nur spekulieren, erklärte Rechtsanwalt Mathias Corzelius von der Kanzlei Göddecke in Siegburg. Fest steht jedenfalls: Die IFF AG, bei der Michael Turgut als Vorstand fungiert, ist ein selbständiges Unternehmen, dass rechtlich keine direkte Verbindung zu Futura Finanz hat. „Nach unserer Einschätzung handelt es sich bei der Futura Finanz nur noch um eine leere Hülle, die zurückgelassen wurde, um die Klagewelle abzufangen und der IFF AG einen unbelasteten Start zu ermöglichen“, erklärt Corzelius. Ob es gelingt, Futura Finanz-Forderungen bei der IFF AG geltend zu machen, ist zweifelhaft.

Bundesgerichtshof, Beschluss vom 28.11.2007
Aktenzeichen: III ZR 214/06

[Update 11.01.2007] Die Futura Finanz Verwaltungs-GmbH und die Futura Finanz Zukunftsunternehmen für Finanz- und Wirtschaftsberatung GmbH & Co. KG (Futura Finanz), sind zahlungsunfähig. Das hat das Amtsgericht Hof festgestellt und das Insolvenzverfahren eröffnet. Insolvenzverwalter ist Rechtsanwalt Dr. Martin Prager aus Bayreuth Gläubiger, die Forderungen gegen eins der beiden Futura Finanzunternehmen haben, können diese bis Freitag, 7. März, anmelden. Prüfungstermin ist am Dienstag, 8. April, um 13 Uhr im Schwurgerichtssaal des Amtsgerichts Hof.

[Update 18.01.2007] Nach Zahlung der noch offenen Beträge ist Michael Turgut wieder auf freiem Fuß. Ein Sprecher erklärte, dass es zwischen der Verhaftung und der Insolvenz der beiden Futura Finanz-Unternehmen keinen Zusammenhang gebe. Das Amtsgericht Hof hatte Michael Turgut persönlich wegen Steuerhinterziehung zu einem Jahr Haft auf Bewährung verurteilt und ihm zur Auflage gemacht, einen hohen Geldbetrag zu zahlen. Teile des Betrags war Turgut zunächst schuldig geblieben. Zur Sicherung der Zahlung hatte ihn das Gericht verhaften lassen. Turgut hat die noch offenen Beträge inzwischen gezahlt.

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