Interview: Profis greifen zum Skalpell

Wann ist es besser, zur Fußpflege zu gehen? Wir fragten nach bei Mechtild Geismann, Podologin und Vize­präsidentin des Zentral­verbands der Podologen und Fußpfleger Deutsch­lands.

Hat Hornhaut nicht auch ihren Sinn?

Hornhaut hat durch­aus ihren Sinn. Sie schützt die Haut vor Überbelastung durch Fehl­stel­lungen und falsche Behand­lung der Füße.

Wann muss sie beseitigt werden?

Nur wenn sie zu stark und störend wird, sollte man etwas dagegen tun. Aber keinesfalls ständig an der Hornhaut herum­doktern, das könnte zu Hautrei­zungen führen.

Wie sieht die professionelle Hornhautbe­hand­lung aus?

Der kosmetische Fußpfleger schleift über­schüssige Hornhaut im Allgemeinen mit elektrischen Geräten ab. Beim medizi­nischen Fußpfleger oder Podologen wird vor allem mit dem Skalpell gearbeitet. Diese fach­kundig ausgeführte Behand­lung hat den Vorteil, dass sie die Haut nicht reizt.

Für wen ist es sinn­voll, seine Füße in die Hände eines Profis zu geben?

Gerade für Menschen, die sich nicht so gut bewegen können, ist die Behand­lung beim Profi ratsam. Sie haben oft Probleme, betroffene Haut­partien zu erreichen. Natürlich ist der Profi auch ideal für alle anderen, die Hornhaut auf bequemem Weg loswerden wollen.

Was kostet es beim Profi?

Je nach Aufwand etwa 25 bis 35 Euro.

Was unterscheidet die kosmetische von medizi­nischer Fußpflege?

Jeder, der sich für Füße interes­siert, darf sich Fußpfleger oder kosmetischer Fußpfleger nennen. Klare Ausbildungs­regelungen gibt es nicht. Anders beim medizi­nischen Fußpfleger, Podologe genannt: Er hat eine zweijäh­rige voll­schu­lische Ausbildung hinter sich, die ihn befähigt und berechtigt, auch kranke Füße zu behandeln.

Wer sollte zum Podologen gehen?

Auf jeden Fall müssen Diabetiker sich von ihm behandeln lassen, gerade wenn sie ein „Fußsyndrom“ haben. Das ist eine Folge­erscheinung des Diabetes mit Durch­blutungs- und Nerven­störungen im Fuß. Auch bei sons­tigen Krankheiten am Fuß ist der Besuch beim Podologen ratsam.

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