Für fitte Füße

Unbequeme Schuhe sind zu 85 Prozent schuld an Fußbeschwerden, sagen Experten. Zu kleine, zu enge, zu harte, zu spitze, zu hochhackige Schuhe bedrängen Zehen, Sohle und Fersen, bis sie sich mit Hühneraugen und Hornhautschwielen zur Wehr setzen. In luftundurchlässigen Billigturnschuhen werden Schweißfüße und Pilzinfektion gefördert. Bei häufigen Fußbeschwerden deshalb auch den Schuhbestand kritisch durchforsten und Schuhe, die drücken, ausrangieren!

Kinderfüße kennen noch keinen Schmerz. Die weichen Knochen lassen sich klaglos in viel zu kleinen Schuhen zusammendrücken. Spreiz- und Senkfüße, Krallen- und Hammerzehen können dann beim Erwachsenen zu erheblichen orthopädischen Problemen führen. Deshalb Achtung: Kinderschuhe müssen ausreichend groß sein (mit Zehenzugabe) und die richtige Weite haben.

Zehennägel immer relativ gerade (spatenförmig) abschneiden. Die Ecken werden nur ganz leicht abgerundet, "entschärft", damit Strümpfe oder Schuhe nicht hängen bleiben oder Nachbarzehen verletzt werden. Zu kurz oder zu rund geschnittene Nägel können schmerzhaft ins Nagelbett einwachsen. Die Veranlagung zu eingewachsenen Nägeln ist manchmal auch ein Familienerbe. Auch Jugendliche sind betroffen, deren weiche Nägel sich im feuchten Turnschuhklima schmerzhaft ins umgebende Fleisch einrollen können. Bei starken Entzündungen hilft der Arzt, ansonsten gelingt es den Fußpflegeprofis meist mit Erfolg, den Nagel wieder in Form zu bringen. Mit speziellen Nagelkorrekturspangen können zum Beispiel verformte eingewachsene Nägel wieder begradigt werden.

Das richtige Handwerkszeug für die Fußnagelpflege: eine Nagelzange (manche kommen mit einem Knipser besser zurecht) und eine Feile. Scheren sind weniger effektiv, Nagelhäute sollten gar nicht behandelt werden.

Hornhaut entsteht meist als Selbstschutz der geplagten Füße vor zu viel Druck - häufig durch ungeeignete Schuhe. Je dicker diese überschüssige Schicht wird, desto leichter kann sie einreißen und blutende, schmerzhafte Schrunden bilden. Deshalb Hornhaut regelmäßig entfernen. Nach Dusche oder Fußbad ist die Haut ausreichend aufgeweicht, sodass sie sich leicht mit Bimsstein, Raspel oder spezieller Feile sanft abrubbeln lässt. Hornhauthobel sind häufig zu rabiat, mit der scharfen Klinge kommt es leicht zu Verletzungen, die sich infizieren können. Das ist besonders gefährlich für Diabetiker - ebenso Pflaster und Cremes gegen Hornhaut mit ätzenden Wirkstoffen (wie Salizylsäure).

Eincremen ist nach der Hornhautbehandlung besonders wichtig, sollte am besten aber nach jedem Waschen erfolgen, um die Fußhaut geschmeidig zu halten. Auf der Fußsohle fehlen Talgdrüsen, mit zunehmendem Alter wird die Haut immer trockener. Es gibt Spezialcremes für kalte, müde, geschwollene, schwitzende, brennende, wunde Füße. Ob Paprika oder Kampfer, Lavendel oder Latschenkiefer - mit den unterschiedlichsten Zusätzen (vor allem ätherischen Ölen) soll jedem Fußproblem zu Leibe gerückt werden. Ob es allerdings tatsächlich eine Spezialcreme sein muss, hängt vom Hautzustand der Füße ab. Manche kommen auch mit einer simplen Hautcreme problemlos zurecht. Am besten ausprobieren und das Resultat überprüfen.

Hühneraugen entstehen ebenfalls meist da, wo "uns der Schuh drückt". Die Haut verdickt sich an der belasteten Stelle, kann im schlimmsten Fall dornförmig nach innen wachsen, auf Nervenenden drücken und höllische Qualen verursachen. Schmerzhaft sind auch die weichen Hornverdickungen meist zwischen den Zehen. Relativ selten sind Hühneraugen als Reaktion auf Fußfehlstellungen. Hier muss gemeinsam mit einem Orthopäden Abhilfe zum Beispiel mit Einlagen geschaffen werden. Ansonsten aber kann man der schmerzhaften Verhornung eigenständig zu Leibe rücken. Hühneraugenpflaster oder Tinkturen zum Aufpinseln enthalten meist Salizylsäure, die den lästigen Hautüberschuss aufweicht. Das dauert allerdings einige Tage.

Für den empfindlichen Hautbereich nach einer Behandlung gibt es die unterschiedlichsten Druckschutzpflaster im Handel. Bei schwierigen Fällen kann der Fußpfleger auch maßgefertigte Druckentlastung anbieten.

Schweißfüße gedeihen prächtig in Synthetikstrümpfen und luftundurchlässigen Schuhen, die nicht "atmen". Fußsohlen sind besonders reichlich mit Schweißdrüsen ausgestattet, im feuchten Schuhklima werden sie aktiv. Frischer Schweiß ist übrigens geruchlos, der üble Geruch entsteht durch die bakterielle Zersetzung. Wer zum Schwitzen neigt, sollte möglichst nur Lederschuhe und Baumwollstrümpfe an die Füße lassen. Fußdeos als Spray oder Puder können mit schweißhemmenden, antibakteriellen Wirkstoffen helfen. Angeboten werden auch fertige Fußbäder mit schweißhemmenden Zusätzen (zum Beispiel mit Eichenrinde, Salbei oder mit Wacholderextrakten).

Auch ein bis zwei Esslöffel Salz im lauwarmen Wasser sollen gegen Schweißfüße helfen. Ebenso einige Tropfen Teebaumöl.

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