Fußballschuhe Test

Während der EM in Portugal laufen Star-Kicker wieder in ihren extravaganten Fußballschuhen auf: Golden oder weiß, seitlich geschnürt oder mit Gummiriffelung auf dem Spann. Die meisten Spieler tragen jedoch Schuhe von der Stange. Auch die sind nicht ganz billig, aber wenigstens für jedermann erhältlich. Stiftung Warentest hat 15 Nocken-Fußballschuhe getestet. Darunter sind teure Modelle wie der Predator von adidas, aber auch Deichmanns Victory für gerade mal 30 Euro.

Viel gefordertes Paar

Fußballer brauchen ihre Treter für die verschiedensten Dinge: Um den Ball zu kriegen, müssen sie sich frei laufen. Dann stoppen sie ihn, spielen einen Pass oder dribbeln Gegner aus. Stürmer flanken mal gefühlvoll mit dem Außenrist und hauen aber auch den Ball vollspann aufs Tor. Das belastet Füße und Schuhe gleichermaßen. Deshalb hat die Stiftung Warentest nicht nur die Spielpraxis untersucht, sondern auch die Biomechanik: ob die Sohle die Stöße dämpft, den Druck auf die Füße gut verteilt und ob das Obermaterial flexibel genug ist. Dennoch: Fußballschuhe sind vor allen Dingen zum Spielen gedacht. Deswegen liegt das Hauptaugenmerk im Test auf der Spielpraxis.

Bequeme Billige

Der Testsieger Diadora Attiva RTX 12 schont die Füße am besten. Überraschend allerdings: Eine „gute“ (1,6) Biomechanik ist bei teuren Modellen - die Diadora kosten 160 Euro - aber die Ausnahme. In diesem Qualitätsmerkmal überzeugen im Test vielmehr die billigen Fußballschuhe wie zum Beispiel der Victory von Deichmann für 30 Euro. Er behandelt die Füße fast genauso „gut“ (1,7) wie die 130 Euro teureren Diadora. Überraschend: Auch insgesamt erreicht der Deichmann-Schuh ein „Gut“. Mit dem Lotto Zhero für 120 Euro schmerzen die Füße am meisten: Der Druck verteilt sich sehr ungleich von den einzelnen Nocken auf den Fuß. Das führt zur Abwertung im Punkt Biomechanik.

Teures Ballgefühl

Wer mehrmals in der Woche kickt, schätzt bequeme Schuhe. Das Spielen macht keinen Spaß, wenn die Schuhe drücken und die Füße nach dem Training weh tun. Allerdings legen Profis auch Wert auf das Ballgefühl oder wie die Schuhe beim Laufen oder Schießen sitzen. Hier führt kein Weg vorbei am teuersten Test-Modell: Für den adidas Predator Pulse bezahlen Ballzauberer zwar 185 Euro, bekommen dafür aber auch „sehr gute“ (1,3) Spieleigenschaften: Der Predator lässt sich gut an- und ausziehen, sitzt gut, seine Laufeigenschaften und das Ballgefühl sind hervorragend. Seine Stoßdämpfung und Druckverteilung ist dagegen nur „befriedigend“. Deswegen reichte es im Test nur zur Vizemeisterschaft.

Friede den Kängurus

Profis schätzen es, wenn die Schuhe aus weichem Leder sind. Interessantes Ergebnis des Tests: Das Känguru-Leder aus Australien ist alles andere als konkurrenzlos. Es ist zweitrangig, ob das Material glatt oder gummiartig, aus Känguru-Leder oder Synthetik ist. Entscheidend ist die Qualität des Materials - eine gute Nachricht für Tierschützer.

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