Als Assauer, Calmund oder Hoeneß die Fußballwelt verändern. Manager-Simulationen machen es möglich.

Fast wie im richtigen Leben: Beim PC-Spiel „Fußballmanager 2002“ soll der Spieler nicht nur eine gute Mannschaft zusammenstellen, mit Fanartikeln viel Geld verdienen und neue virtuelle Stadien bauen, sondern auch noch eine Familie gründen – denn nur so lässt sich der immense Arbeitsdruck eines Fußballmanagers ertragen.

Ziel der Manager-Simulationen ist es, den gewählten Verein möglichst gut durch alle Krisen zu bringen und die Mannschaft zu trainieren. Der Reiz dieser Spiele liegt nicht in schnellen Grafiken und gezieltem „Kicken“ mit Tastatur oder Joystick. Bei ihnen geht es um verantwortungsvolles und vorausschauendes Handeln: Der Manager muss mit Krisensituationen umgehen können und gleichzeitig ein guter Psychologe sein.

Wir haben sieben Fußballmanager-Simulationen geprüft. Die Programme haben unterschiedliche Schwerpunkte. Da gibt es Software wie den „Meistertrainer“, bei der intensive Vorbereitung alles ist. Das samstägliche Fußballspiel findet hier kaum auf dem Bildschirm statt und taucht nur noch als eine Art Kurznachricht auf, in der das Ergebnis mitgeteilt wird. Bei Programmen wie dem Marktführer „Fußball Manager 2002“ geht es etwas bunter zu. Nach Training, Aufstellung und Taktikeinstellungen kann sich der Spieler das vom Computer gerechnete Match ansehen. Ihm bleiben allerdings Eingriffsmöglichkeiten. Er kann neue Spieler einwechseln oder in der Halbzeitpause motivieren. In allen Fällen gilt: Je besser die Mannschaft auf den Gegner eingestellt ist, desto erfolgreicher wird sie auf dem Platz sein.

„FC Beyirn Mänchin“

Bei den Simulationen stehen oft Hunderte europäischer Vereine mit Tausenden Spielern zur Auswahl. Die sehr komplexen Vorgänge werden in Tabellen oder Grafiken dargestellt, die oft längere Einarbeitungszeiten erfordern. Spielereigenschaften, Tore, gespielte Positionen, Fitness, Vertragsverhandlungen – alles lässt sich auf den Monitor rufen und mit Geschick auch verändern. Dabei kommt es auch zu komischen Momenten. Beim Fußball Manager 2002 segelt der Stürmer deutlich sichtbar weit am Ball vorbei, der Computer-Reporter kommentiert aber ungerührt: „Guter Kopfball!“

Oft sind Namen verfremdet, da der Anbieter keine Lizenz für die realen Spieler- und Vereinsnamen hat. Beim sehr betagten „Bundesliga Manager Hattrick“ arbeitet der Manager für so renommierte Vereine wie „Beyir Livirkosin“ und „FC Beyirn Mänchin“. Versierte Manager ändern die verfremdeten Namen von Hand. Reale Bezeichnungen verwenden „ab Werk“ nur Fußball Manager 2002 und BDFL Manager 2002. Von einigen Programmen gibt es Updates mit neuen Spielernamen.

Wahre Fans stören sich aber weder an seltsam klingenden Bezeichnungen noch an textlastigen Spielsituationen. Sie tüfteln an Aufstellung, Taktik und Trainingsmethoden. Drängende Probleme, beispielsweise mit Menüfunktionen zur Familienplanung wie „Kind in die Welt setzen“, werden im Internet gelöst. In den Foren gibt es immer einen Leidensgenossen, der genau diese Situation bereits hinter sich hat. Zur Suche genügt es, in eine Suchmaschine „Forum“ sowie die Manager-Simulation einzugeben.

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