Fußball-WM 2014 Meldung

Am 12. Juni beginnt in Brasilien die Fußball-WM. Fans, die hinfliegen, sollten vorher ihren Impf­schutz über­prüfen. In manchen Regionen wird die Gelbfieber­impfung dringend empfohlen. Auch weitere Reiseimpfungen sind je nach Ziel und Art der Reise sinn­voll. Viele Krankenkassen erstatten die Kosten. Der beste Zeit­punkt für eine reisemedizi­nische Beratung: jetzt. Manche Impfungen brauchen einige Wochen Vorlauf.

In Brasilien gibt es viel zu entdecken

Brasilien lockt. Bald findet dort Welt­klasse-Fußball in zwölf Städten statt. Die meisten Spiel­orte, etwa Rio de Janeiro, Salvador oder Recife, liegen an der Atlantik-Küste, manche tief im Landes­innern. So befindet sich Manaus im Bundes­staat Amazonas – mit dem größten Regen­wald der Welt. Viele Fans möchten bei der WM live dabei sein. Einige nutzen die Gelegenheit, Brasilien ausgiebig zu erkunden.

Stan­dard­impfungen schützen welt­weit

Wichtig für alle Reisenden: an den Impf­schutz denken. Stan­dard­impfungen sind zu über­prüfen und wenn nötig aufzufrischen. Dazu gehört – auch für Erwachsene – die Impfung gegen Tetanus, Diph­therie, Keuchhusten (Pertussis), eventuell auch gegen Kinder­lähmung (Polio), Masern, Mumps, Röteln. Diese Impfungen schützen vor Krank­heits­erregern, die welt­weit vorkommen – im Ausland zum Teil noch häufiger als in Deutsch­land.

Hepatitis-A-Impfung für alle empfehlens­wert

Zudem lauern in Brasilien spezielle Risiken. So empfiehlt das Auswärtige Amt allen Reisenden die Impfung gegen Hepatitis A. Eventuell ist laut Auswärtigem Amt auch der Schutz gegen Hepatitis B, Toll­wut und Typhus sinn­voll – etwa bei langem Aufenthalt oder bei Reisen unter hygie­nisch schwierigen Bedingungen, zum Beispiel als Ruck­sack-Tourist.

In Brasilien gibt es Gelbfieber­regionen

In Teilen Brasiliens gibt es zudem Gelbfieber, eine von Mücken über­tragene Infektions­krankheit, die in schweren Fällen tödlich verlaufen kann. Für manche Regionen empfiehlt das Auswärtige Amt Reisenden daher dringend eine Gelbfieber-Impfung: unter anderem für Acre, Amapá, Amazonas, Distrito Federal – einschließ­lich der Haupt­stadt Brasilia –, Goiás, Maranhão, Mato Grosso, Mato Grosso do Sul, Minas Gerais, Pará, Rondônia, Roraima, Tocantins. In Deutsch­land führen sogenannte Gelbfieber­impf­stellen, etwa in spezialisierten Kliniken oder Arzt­praxen, die Impfung durch.

Guter Mücken­schutz ist über­all nötig

Wer lediglich Spiel­orte an der Atlantik-Küste besucht, braucht Gelbfieber nicht zu fürchten. Dennoch ist landes­weit tags wie nachts guter Mücken­schutz vonnöten – auch weil die Blutsauger weitere Infektions­krankheiten über­tragen können. So kommt in Brasilien vieler­orts Denguefieber vor, wogegen es bislang keine Impfung gibt.

Mit Impf­pass zum Reisemediziner

Alle genannten Impfungen sind nach Einschät­zung der Stiftung Warentest sinn­voll – Ergebnis einer großen Auswertung aus dem Jahr 2012. (Details zu Impfungen für Kinder, Erwachsene und Reisende finden Sie auf der Themenseite Impfen). Welche Impfungen individuell infrage kommen und ob möglicher­weise zusätzlich Tabletten zur Malaria-Prophylaxe nötig sind, klärt eine reisemedizi­nische Beratung, etwa bei Tropen­instituten oder weiterge­bildeten Reise- und Allgemeinmedizinern. Adressen, auch von Gelbfieber­impf­stellen, finden sich zum Beispiel beim Centrum für Reisemedizin oder bei Fit for travel. Interes­senten sollten ihren Impf­pass mitbringen, damit der Arzt die Stan­dard­impfungen kontrollieren kann, und möglichst schnell einen Termin ausmachen. Manche Impfungen brauchen für optimalen Schutz etwas Zeit oder eine mehr­fache Dosis. Die Beratung lohnt aber auch noch kurz­fristig. So schützen die Hepatitis A- und die Gelbfieber­impfung schon nach etwa zehn Tagen. Bei Hepatitis A ist für eine lang­fristige Wirkung eine zweite Impfung nach sechs bis zwölf Monaten erforderlich.

Viele Krankenkassen bezahlen Reiseimpfungen

Krankenkassen müssen Reiseimpfungen, etwa gegen Gelbfieber, Hepatitis, Toll­wut und Typhus, nicht bezahlen – aber viele erstatten sie freiwil­lig als Extra­leistung. Oft müssen Reisende die Kosten vorstre­cken und die Rechnung dann bei ihrer Kasse einreichen. Diese kommt dann meist für den größten Teil der gesamten Impf­kosten auf: den Impf­stoff und das vertraglich vereinbarte Arzt­honorar. Ob und wie viel die jeweilige Kasse zahlt, lässt sich im Produktfinder Krankenkassen der Stiftung Warentest nach­lesen. Die Daten­bank zeigt auch weitere Extra­leistungen, die Krankenkassen bieten. Bei Privatversicherten hängt die Erstattung von Reiseimpfungen in der Regel vom Vertrag ab.

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