Fußball-EM 2012 Meldung

Fußball ist nicht nur auf dem Platz ein Gesund­heits­risiko. Auch wer nur zuschaut, ist gefährdet. So stieg die Zahl der Herz­infarkte zur Welt­meisterschaft 2006 an. Damit alle Fußball­fans die kommenden Europameisterschaft gut über­stehen, gibt test.de Gesund­heits­tipps.

Viertel­finale mit Infarkt­potential

Fußball­turniere können die Gemüter erhitzen und die Herzen über­lasten: Bei der Welt­meisterschaft 2006 gab es an Spiel­tagen der deutschen Elf mehr als doppelt so viele Herz­infarkte wie sonst. Das veröffent­lichten Forscher der Ludwig-Maximilians-Universität München im Jahr 2008. Sie hatten die Protokolle von 24 deutschen Rettungs­diensten zu WM- und Kontroll­zeiten verglichen. Die meisten Herz­notrufe kamen beim Viertel­finale gegen Argentinien, das im Elfmeterschießen gipfelte. Vom Infarkt bedroht sind vor allem männ­liche Fans mit Erkrankungen der Herz­kranzgefäße.

Auf das Herz achten

Herz-Kreis­lauf-Patienten können vorbeugen: Sie sollten trotz Fußball­begeisterung die Medikamente nicht vergessen, viel trinken – aber Alkohol möglichst weglassen, auch Ziga­retten. Ein ruhiger Platz im Schatten ist für sie besser als die heiße, volle Fanmeile. Alle, auch Gesunde, sollten bei Herz­infarkt­verdacht sofort den Notruf 112 rufen. Die Warnzeichen des Infarkts: Schmerzen in der Brust, die in Arme, Schultern, Hals und Oberbauch ausstrahlen können, auch Brustenge, Atemnot, Übel­keit.

An die Kalorien denken

Typische Nerven­nahrung beim Fußball­schauen wie Chips und Flips enthält gehörig Kalorien. Das sind Alternativen: Gemüse-Sticks, etwa von Gurke oder Sellerie, mit Kräuterquark-Dip, Apfelchips oder Reiscra­cker, magere Fleisch­sorten und Fisch zum Grillen (siehe auch „1 : 0 für die Sicherheit“). Ideale Durst­löscher sind Wasser und Saft­schorle, zumindest zwischen den Bieren. Männer sollen täglich nur 24 Gramm Alkohol trinken – also beispiels­weise zwei kleine Biere –, Frauen die Hälfte. So lautet die Gesund­heits­empfehlung. Eine Alternative kann ein kaltes, alkoholfreies Hefe sein Test: Hefeweißbier.

Für die Reise zur EM

Wer als Zuschauer in Polen und der Ukraine dabei ist, sollte Krank­heits­erregern in Lebens­mitteln vorbeugen. Meiden Sie Leitungs­wasser, nicht industriell abge­füllte Getränke und nicht durch­gegarte Speisen. Im Freien, etwa beim Zelten, ist Schutz vor Zecken wichtig: lange Kleidung, Abwehr­mittel, regel­mäßiges Haut­absuchen. Das beugt Borreliose und FSME vor. Auch Impfungen, etwa gegen Masern, sind sinnvoll – für einen Voll­schutz müssen oft einige Wochen einge­plant werden.

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