Fußbälle Test

Jetzt gehts los! Ab heute liegt die Wahrheit nun endlich auf dem Platz. Deutschland muss den Ball ins gegnerische Tor schießen und ihn vom eigenen fernhalten. Sonst wird das nix mit dem Weltmeistertitel. Falls eine Mannschaft rausfliegt, kann es am rutschigen Rasen, schlechten Wetter oder parteiischen Schiri liegen - am WM-Ball jedoch weniger. Stiftung Warentest hat den Adidas Teamgeist und 19 andere Fußbälle getestet. Der WM-Ball ist Testsieger geworden. Aber auch andere Bälle haben starke Leistungen gezeigt.

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Teamgeist gewinnt

Jens Lehmann mag den WM-Ball nicht: „Der Ball ist sehr schnell, aber bei Regen nicht sehr angenehm. Dann fängt er an zu flattern. Er fühlt sich an wie Plastik, bei Regen ist er besonders glitschig.“ Stiftung Warentest kommt zu einem anderen Urteil: Der Adidas Teamgeist hat im Test die besten Ball- und Spieleigenschaften, ebenso eine sehr gute Haltbarkeit. Dass der Ball flattert, kann der Praxistest nicht bestätigen. Im Gegenteil: Der Teamgeist überzeugt durch seine gute Treffgenauigkeit beim Torschuss.

Wasser im Uhlsport und Puma

Alle getesteten Fußbälle sind aus Kunststoff. Der letzte WM-Ball aus Leder rollte 1982 im Endspiel zwischen Italien und Deutschland. Vorteil des Kunststoffs: Der Ball nimmt bei Regen kaum Wasser auf. Das ist bei den meisten getesteten Bälle auch der Fall. Nur den Puma V5.06 für 15 Euro und den Uhlsport PT 13 Legacy für 100 Euro werteten die Tester ab, weil sie zu viel Wasser aufnehmen. Das ist schlecht für Spiele bei Fritz-Walter-Wetter: Der Ball wird bei Regen schwer und kann seine runde Form verlieren.

Aldi hält nicht dicht

Apropros runde Form: Der Adidas Teamgeist ist der einzige Ball im Test, der wirklich rund ist. Mögliche Erklärung: Im Unterschied zu den 19 handgenähten Bällen ist der WM-Ball geklebt und hat nur 14 Segmente. In der Regel ist die Oberfläche eines Fußballs aus 32 Teilen zusammengesetzt. Dennoch sind die genähten Bälle rund genug. Bis auf den Aldi-Ball. Die Aktionsware für 8 Euro hat den Haltbarkeitstest nicht unbeschadet überstanden: Die Nähte platzte an einigen Stellen auf, der Umfang hat sich dadurch deutlich geändert. Deswegen ist der Aldi-Ball nur „ausreichend“.

9 „gute“ und billige Bälle

Insgesamt sind 14 Bälle „gut“. Die teuersten liegen zwar vorn: Adidas Teamgeist für 110 Euro, Derbystar Brillant APS für 99 Euro, Nike Total 90 Aerow für 100 Euro, Puma V1.06 für 100 Euro und Jako Striker Pro für 80 Euro. Doch knapp danach folgen „gute“ Bälle für 15 Euro wie etwa der Tramondi Matchball oder der Nike T 90 Swift. Auch die Kopie des Teamgeistes, der genähte Replique mit 26 Segmenten, ist „gut“ und kostet nur 25 Euro. Für den Freizeitkick auf dem Bolzplatz reichen solche Bälle allemal.

Keine Spur von Kinderarbeit

Stiftung Warentest hat auch die Unternehmensverantwortung der elf Anbieter der 20 getesteten Fußbälle untersucht. Die führenden Sportartikelkonzerne wie Nike, Adidas, Puma oder Derbystar lassen die Bälle meist in Pakistan herstellen. Erfreuliches Ergebnis: Kinderarbeit gibt es in der Fußballindustrie Pakistans so gut wie nicht mehr. Auch zeigen die großen Hersteller deutliche Anstrengungen in Sachen soziale Verantwortung und Umweltschutz. Weniger erfreulich: Die Firma Hudora aus Remscheid und der Discounter Aldi haben gemauert und keine Auskünfte über die Produktionsbedingungen ihrer Arbeiter in Pakistan und Indien gegeben.

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