Für Freizeit, Fahrrad, Wintersport: Moderne Funktionsjacken sind angesagt. Sie schützen vor Wind und Wetter, lassen aber Wasserdampf nach außen passieren. Im Klartext: Schweiß wird abgeleitet, Regen bleibt außen vor. Im Test: 14 Funktionsjacken mit herausnehmbarer Innenjacke für 150 bis 480 Euro. Ergebnis: Viele Jacken lassen ihre Träger im Regen stehen. Nur fünf Modelle sind gut. test.de sagt, welche.

Zu diesem Thema bietet test.de einen aktuelleren Test: Funktionsjacken

Membran oder Beschichtung

Sie heißen Gore-Tex, Hyvent, Sympatex oder Powertex: die Zauberstoffe, die vor Wind und Wetter schützen, aber Wasserdampf entweichen lassen. Gore-Tex ist das bekannteste Material. Eine feine Membran mit mikroskopisch kleinen Poren: Groß genug, damit Dampfmoleküle entweichen können, klein genug, um auch kleinste Wassertropfen aufzuhalten. Gore-Tex besteht aus Polytetrafluorethylen. Kurz: PTFE – dem Stoff, aus dem auch Bratpfannenbeschichtungen bestehen. Andere Systeme setzen auf Beschichtungen aus Polyurethan oder so genannte hydrophile – also wasserdampfleitende – Membranen.

450 Liter Regen pro Stunde

Egal wie sich das Material nennt, es muss wasserdicht sein. Die Stiftung Warentest schickte alle Jacken in einen Regenturm. Dort regnete es 450 Liter Wasser pro Quadratmeter und Stunde. Das ist Regen satt. Ein Härtetest, wie ihn sonst nur regendichte Berufskleidung bestehen muss. Ergebnis: Nur jede zweite Jacke hielt dicht. In den Modellen von Karstadt, Salewa und Fällräven wurde die Prüfpuppe schnell nass. Schon bei den neuen, noch ungewaschenen Jacken. Nach fünf Wäschen gab es für den Regen gar kein Halten mehr: die Prüfpuppe war jetzt pitschnass. Auch die geprüften Jacken von Patagonia, Schöffel, Vaude und Maier sind nach dem Waschen nicht mehr regendicht.

Testsieger Berghaus

Die beste Funktionsjacke im Test heißt Berghaus Arctic Gemini. Preis: 290 Euro. Dafür gibts eine rundum gute Gore-Tex-Jacke mit sehr guter Funktion. Absolut regendicht und atmungsaktiv. Mittlere Wärmeisolation: gut geeignet für Herbst und Winter in der Stadt oder zum Wintersport – wenn es nicht allzu kalt ist. Wer schnell friert, wählt besser eine Jacke mit sehr hoher Wärmeisolation. Bestes Modell im Test: Jack Wolfskin Thunder&Lightning, eine gute, warme Funktionsjacke mit Texapore-Beschichtung. Nachteil: Wer sich viel bewegt, kommt mit dieser Jacke bei höheren Temperaturen schnell ins Schwitzen.

Keine Jacke für alle

Merke: Eine Funktionsjacke für alle Zwecke gibt es nicht. Die Jacke sollte zum Wetter und zu den persönlichen Vorlieben passen. Faustregel: mittlere bis hohe Wärmeisolation für Herbst und Winter in der Stadt und für Sportler. Hohe bis sehr hohe Wärmeisolation für Spaziergänge bei klirrender Kälte. Wie warm eine Jacke ist, hängt vor allem von der Dicke der Innenjacke ab. Die regendichte Außenjacke hält Wärme kaum zurück. Vorteil der getesteten Funktionsjacken: Innenjacke und Außenjacke lassen sich trennen. Im Frühjahr kann die Außenjacke also auch solo getragen werden.

Nicht zu groß, nicht zu klein

Natürlich muss die Jacke insgesamt gut passen: Ist sie zu groß, geht die vom Körper erwärmte Luft schnell verloren. Ist sie zu klein, kann sich kein wärmendes Luftpolster bilden. In beiden Fällen wird der Träger schneller frieren. Die meisten Hersteller bieten ihre Funktionsjacken deshalb in einer Herrenversion und einer schmaler geschnittenen Damenversion an. Ob Membran oder Beschichtung ist dagegen egal. Es gibt gute Jacken in beiden Systemen.

Komplett + Interaktiv: Wer produziert sozial und ökologisch korrekt?

Dieser Artikel ist hilfreich. 2854 Nutzer finden das hilfreich.