Rechtlicher Hintergrund: In Behörden nur halber Finderlohn

Anzeigepflicht. Wer etwas findet, das mehr als 10 Euro wert ist, muss es anzeigen. Rechtliche Grundlage sind die Paragrafen 965 bis 984 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB).

Finderlohn. Der Finder kann von dem Empfangsberechtigten einen Finderlohn verlangen – 5 Prozent bei einem Wert der Fundsache bis 500 Euro, 3 Prozent von dem darüber hinausgehenden Wert (Paragraf 971 BGB).

Eigentumserwerb. Wenn nach sechs Monaten kein Empfangsberechtigter ermittelt werden konnte, erwirbt der Finder das Eigentum an der gefundenen Sache (Paragraf 973 BGB).

Fund in Behörde, Verkehrsanstalt. Hier gilt Paragraf 978 BGB. Einen Anspruch auf Finderlohn gibt es danach erst ab einem Fundwert von 50 Euro, und er beträgt nur die Hälfte des obengenannten Prozentsatzes. Ein Eigentumserwerb des Finders ist nicht vorgesehen. Die Behörde oder Verkehrsanstalt kann die Fundsachen nach einer bestimmten Frist öffentlich versteigern lassen. Der Erlös tritt an die Stelle der Fundsache. Der Anspruch auf Finderlohn erlischt nach drei Jahren.

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