Autofahrer, denen nach einer Alkoholfahrt der Führerschein entzogen wird, können die Sperrzeit reduzieren, wenn sie an einer Nachschulung teilnehmen. So verkürzte das Amtsgericht Hildesheim die Sperre eines Fahrers (2,5 Promille) von elf auf acht Monate, da er in der Sperrzeit an einer Nachschulung teilgenommen und so das Gericht überzeugt hatte, dass er risikobewusster geworden war (Az. 30 Cs 33 Js 112/02).

Wer nach dem Führerscheinentzug ebenfalls die Wartezeit verkürzen will, sollte aber wissen: Amtsgerichte müssen die Sperre nicht verkürzen – sie können. Eine verkürzte Sperre ist außerdem keine Garantie, dass die Führerscheinstelle anschließend anstandslos eine neue Fahrerlaubnis erteilt. Diese Stelle entscheidet über Fahren oder Nichtfahren und kann im Zweifel eine medizinisch-psychologische Untersuchung verlangen (MPU, im Volksmund „Idiotentest“). Bei 1,6 Promille und mehr muss sie die MPU sogar anordnen.

Tipp: Wer die Wartezeit verkürzen will, sollte beim Amtsrichter anfragen, ob er bei erfolgreicher Nachschulung Milde walten lässt. Angesichts der Schulungskosten von manchmal mehr als 500 Euro und der Gefahr, dass die Mühen nicht belohnt werden, sind Nachschulungen erst ab einjährigen Sperren sinnvoll. Die Schulung sollte bei einer Stelle stattfinden, die – wie etwa Tüv und Dekra – nach Fahrerlaubnisverordnung zertifiziert sind. Institutionen, die mit Erfolgsgarantien werben, sind unseriös (mehr Infos zum Führerschein).

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