Frühstückscerealien Test

Mit einem gesunden Frühstück fängt der Tag gut an. Besonders beliebt bei kleinen und großen Kindern: Flakes, Pops und Kugeln mit Schokolade oder Honig. Mit gesundem Frühstück haben die allerdings nichts mehr zu tun. Sie enthalten kaum Ballaststoffe und meist viel zu viel Zucker.

Fast 50 Prozent Zucker

Besonders süß sind die Honig-Cerealien von Aldi Nord, Aldi Süd, Norma sowie Fit & Activ. In 100 Gramm enthalten sie bis zu 48,9 Gramm Zucker. Ihre ernährungs­physiologische Qualität ist daher „mangelhaft“. Schon mit einer kleinen Portion von 30 Gramm Frühstücksknabbereien verzehren Kinder die Hälfte der täglich tolerierbaren Zuckermenge. Kindern unter 10 Jahren gestehen Ernährungsexperten höchstens 27 Gramm Zucker pro Tag zu. Von 30 Gramm Cerealien werden sie aber kaum satt. Realistischer ist das Doppelte.

Zuckerangabe für Erwachsene

Auch die übrigen 26 Cerealien sind reichlich süß. Sie bringen meist zwischen 25 und 35 Prozent Zucker in die Schale. Im Süßigkeitenregal wären sie besser aufgehoben als in der Müsliabteilung. Trotzdem versuchen die Hersteller den Eindruck zu erwecken, der Zuckerhalt sei gar nicht so hoch. Beispiel Granola Snowflakes von Penny: Auf der Verpackung steht, dass 30 Gramm 18,9 Prozent des täglich empfohlenen Zuckerbedarfs enthielten. Dieser Wert bezieht sich jedoch auf Erwachsene und 90 Gramm Zucker am Tag. Schulkinder sollten höchstens ein Drittel davon essen.

Wenig Ballaststoffe

Ursprünglich stammt das Wort Cerealien von Ceres, der römischen Göttin des Ackerbaus. Doch mit gesunder Getreidekost haben die getesteten Cerealien kaum etwas zu tun. Nur Kölln und Nestlé verwenden laut Zutatenverzeichnis Vollkorn-Getreide. Das ist schade, denn es enthält mehr Mineral- und vor allem mehr Ballaststoffe als geschältes Getreide. Negatives Beispiel Barnhouse Choco Crisps aus dem Bioladen: In 100 Gramm fanden die Tester gerade mal 1,2 Gramm Ballaststoffe. Kinder sollten täglich rund 20 Gramm Ballaststoffe zu sich nehmen. Sie sind wichtig für die Verdauung und machen lange satt.

Überflüssige Zusätze

27 der 30 Produkte im Test sind mit Vitaminen angereichert. Viele auch mit Mineralstoffen. Das liest sich gut auf den Verpackungen - ist aber überflüssig. Kinder sind hierzulande auch ohne Anreicherung ausreichend mit diesen Nährstoffen versorgt. Hinzu kommt: In hohen Mengen können Anreicherungen zu Problemen führen. Spitzenreiter in puncto Eisenanreicherung ist Nestlé Nesquik Knusper Frühstück: In 60 Gramm stecken rund 10 Milligramm Eisen. Das entspricht bereits der Tagesmenge für ein Schulkind. Sinnvoller ist es, wenn das Eisen aus eisenreichem Getreide stammt, zum Beispiel Haferflocken.

Das richtige Maß

Allenfalls der Zusatz von Folsäure kann Sinn machen. Kinder bis zehn Jahren brauchen davon 300 Mikrogramm am Tag. Kölln Zauberfleks Schoko, Martin Evers Choko Balls sowie Barnhouse Choco Crisps setzen keine Folsäure zu. Sie kommen höchstens auf 11 Mikrogramm Folsäure pro 100 Gramm. Alle anderen setzen Folsäure zu. Die Wurzener Choco Monkeys schlagen dabei jedoch über die Stränge: Eine 60-Gramm-Portion enthält mehr als 400 Mikrogramm Folsäure. Besser als solche Zusätze sind allemal frisches Obst, Haferflocken, Vollkorntoast und vor allem fantasievolle Abwechslung beim Frühstück.

test Spezial Kinder

Frühstückscerealien Test

Der Test Frühstückscerealien ist Teil des test Spezial Kinder. Das Sonderheft enthält noch 14 weitere Tests. Mehr als 500 Kinderprodukte wurden untersucht. Alles was Eltern brauchen: Kindermatratzen, Hochstühle, Babymenüs, Sonnenschutzmittel, Laufräder, Autokindersitze und vieles mehr. Darüber hinaus gibt das Sonderheft nützliche Ratschläge zur Ernährung, Pflege und Finanzierung der lieben Kleinen. Das test Spezial Kinder kostet 7,50 Euro. Sie können es online bestellen.

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