Früh­geborene Meldung

Nah dran. Babys profitieren auch lang­fristig von Wärme und Zuwendung.

Babys, die vor der 38. Schwanger­schafts­woche auf die Welt kommen, werden oftmals im Brut­kasten aufgepäppelt. Eine Alternative oder Ergän­zung dazu ist die Känguru-Methode: Die Mutter trägt das Früh­geborene möglichst viel am Oberkörper, wärmt es auf der nackten Haut und stillt es. Eine Lang­zeitstudie zeigt, wie sich das auf die Entwick­lung des Kindes auswirkt.

Früh­geborene profitieren bis ins Erwachsenen­alter

Eine im Fachmagazin „Pediatrics“ veröffent­lichte Lang­zeitstudie kolumbia­nischer und kana­discher Wissenschaftler hat nun Hinweise darauf geliefert, dass Früh­geborene bis ins Erwachsenen­alter von der Känguru-Methode profitieren, sowohl in ihrer körperlichen als auch in ihrer sozialen Entwick­lung. Die Wissenschaftler befragten und untersuchten 264 Frühchen 18 bis 20 Jahre nach ihrer Geburt.

Weniger aggressiv und seltener hyper­aktiv

Das Ergebnis: Diejenigen, die als Säuglinge Känguru-Betreuung hatten, waren im Durch­schnitt weniger impulsiv, aggressiv und seltener hyper­aktiv als jene, die statt­dessen im Brut­kasten gelegen hatten. Die Wissenschaftler führen den Effekt unter anderem darauf zurück, dass die Känguru-Eltern besser im Umgang mit ihrem Kind geschult wurden und so schon früh eine intensive Bindung aufbauen konnten. Als alleiniger Ersatz für den Brut­kasten kommt Känguruen nur für Frühchen infrage, die keine intensivmedizi­nische Betreuung brauchen.

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