Früherkennung in der Schwangerschaft Meldung

Ultraschall, Bluttests oder Fruchtwasserentnahme - auf Schwangere kommen zahlreiche Untersuchungen zu. Viele wissen gar nicht, was genau bei den Kontrollterminen passiert und welche Konsequenzen das haben kann. Ein neues Portal von test.de bietet werdenden Eltern Hilfe. Es zeigt Nutzen und Risiken von 56 Verfahren zur Früherkennung für Schwangere, 42 davon sogar mit Bewertung.

Krankenkasse zahlt

Alle Untersuchungen, die im Mutterpass aufgeführt sind, bezahlt die Krankenkasse. Doch nicht immer müssen diese sinnvoll sein, nur weil die Kasse dafür aufkommt. Darüber hinaus gibt es noch eine Reihe von Untersuchungen für Schwangere, die von der Krankenkasse normalerweise nicht oder nur dann bezahlt werden, wenn ein konkreter Verdacht besteht. Doch nur weil die Kasse für bestimmte Untersuchungen nicht aufkommt, müssen diese nicht unbedingt nutzlos sein.

Unterstützung bei der Auswahl

Das Portal Früherkennung in der Schwangerschaft hilft werdenden Eltern dabei, einen Überblick über die verschiedenen Untersuchungen zu bekommen. Es zeigt für insgesamt 56 Verfahren, welchen Nutzen die Untersuchungen bringen, aber auch, mit welchen Risiken Schwangere rechnen müssen. Zudem zeigt das Portal, welche medizinische Behandlung bei auffälligen Untersuchungsergebnissen möglich ist - sowohl für die werdende Mutter als auch für das noch ungeborene Kind. Für mehr als die Hälfte der vorgestellten Untersuchungen spricht das Portal konkrete Bewertungen aus. So sind viele der Verfahren nur wenig oder gar nicht geeignet. Mit diesen Informationen können sich Schwangere und ihre Partner gezielt überlegen, ob tatsächlich alle Untersuchungen notwendig sind. Denn was viele nicht wissen: Schwangere sind keinesfalls verpflichtet, sämtliche Früherkennungsuntersuchungen wahrzunehmen. Das gilt selbst für diejenigen, die im Mutterpass aufgeführt sind. Das Portal möchte werdende Eltern daher dafür sensibilisieren, dass es wichtig ist, sich so früh wie möglich zu entscheiden, wie viel sie vor der Geburt tatsächlich über das heranwachsende Kind wissen möchten.

Beispiel: Hämoglobinbestimmung bei Schwangeren

Ein Eisenmangel während der Schwangerschaft kann das Wachstum des Kindes beeinträchtigen, so dass es bei der Geburt weniger wiegt als der Durchschnitt der Neugeborenen. Es kann aber auch sein, dass das Kind vor der 37. Schwangerschaftswoche zur Welt kommt. Üblicherweise lässt sich der Eisenbedarf durch eine ausgewogene Ernährung mit Fleisch, Vollkornprodukten und Hülsenfrüchten gut decken. Das gilt auch für Schwangere. Bei einem Mangel kann Eisen als Medikament eingenommen werden. Die Dosierung und Dauer der Einnahme hängt ab von der Schwere der Blutarmut ab. Ein Verfahren, mit dem ein Eisenmangel in der Schwangerschaft bestimmt oder ausgeschlossen wird, ist der Bluttest auf Hämoglobin. Die Krankenkassen übernehmen diese Leistung. Der Nutzen eines regelmäßigen Tests mit dem Ziel, einen Eisenmangel zu erkennen und so zu behandeln, damit das Kind dadurch nicht zu Schaden kommt, ist derzeit nicht abschätzbar. Das Risiko des Verfahrens ist sehr gering: Für den Test ist eine einfache Blutabnahme notwendig. Ebenso gering sind die Risiken infolge eines falschen Testergebnisses. Nehmen Frauen ohne Eisenmangel infolge eines falschen Testergebnisses ein Eisenpräparat ein, fügt ihnen das keinen nachhaltigen Schaden zu. Doch aufgrund des nicht abschätzbaren Nutzens für das Kind, bewertet die Stiftung Warentest die routinemäßige Hämoglobinbestimmung als „wenig geeignet“, um beim Säugling gesundheitliche Schäden zu verhindern.

Beispiel: Untersuchung auf Hepatitis B

Hepatitis B ist eine von Viren hervorgerufene Leberentzündung. Anders als bei Erwachsenen wird die Infektion bei Kindern, die sich während der Geburt bei ihrer Mutter angesteckt haben, ungewöhnlich oft chronisch: Bei 85 bis 90 Prozent der infizierten Neugeborenen können lebensgefährliche Folgen einer chronischen Hepatitis auftreten. Kinder von infizierten Frauen werden in den ersten 12 Stunden nach der Geburt geimpft. Diese Impfung wird nach einem und nach sechs Monaten wiederholt. Damit lässt sich eine Erkrankung der Säuglinge vermeiden. Um herauszufinden, ob eine Schwangere Hepatits B hat, wird ihr Blut abgenommen und untersucht. Der Nutzen dieser Untersuchung ist sicher nachgewiesen. Das Risiko des Tests ist sehr gering. Auch das Risiko infolge des Testergebnisses ist gering: Wenn das Kind nicht infiziert ist, aber trotzdem geimpft wird, erhält es die Impfung zwei Monate früher als üblicherweise. Die Impfung selbst ist sehr sicher und nebenwirkungsarm. Die Nutzen-Risiko-Abwägung fällt positiv aus. Um gesundheitliche Nachteile beim Kind zu verhindern, bewertet die Stiftung Warentest die Untersuchung als „geeignet“.

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