Früh­erkennung bei Kindern Meldung

Eltern aufgepasst: Jetzt gelten für kleine Kinder neue Regeln für Früh­erkennungs­unter­suchungen, U-Unter­suchung genannt. Ab 1. September sollen Kinder­ärzte verstärkt auf mögliche psychische Probleme und soziale Konflikte in der Familie achten. Auch das dazu­gehörige Dokumentations­heft­chen, das „Gelbe Heft“, liegt ab jetzt in über­arbeiteter Form vor.

Erweiterte Unter­suchungs­kriterien

Die Früh­erkennungs­unter­suchungen – U-Unter­suchungen genannt – sind dazu da, den Gesund­heits­zustand und die Entwick­lung eines Kindes zu beur­teilen. In Deutsch­land haben alle Kinder von Geburt bis zum Schul­alter auf die kostenlosen Checks Anspruch. Im ersten Jahr nach der Geburt werden Babys mehr­fach vom Arzt untersucht, in den Folge­jahren einmal pro Jahr. Basis ist die Kinder-Richt­linie: Diese legt fest, auf was Kinder­ärzte achten sollen. Klassische Unter­suchungs­parameter sind etwa Gewicht, Körpergröße, geistige Aktivität und Sprach­vermögen. Jetzt wurde die Richt­linie über­arbeitet. Für die U1 (Geburt) bis zur U9 (5 Jahre) gelten neue Qualitäts­kriterien. Wichtige Neuerung: Kinder­ärzte sollen ab sofort stärker auf psychisch-soziale Aspekte achten und Verhaltens­auffäl­ligkeiten besser erkennen.

Neuerungen im Über­blick

Diese Kriterien spielen ab sofort mit eine Rolle:

Inter­aktion. Der Kinder­arzt soll im ersten Lebens­jahr (U3 bis U6) stärker auf die Inter­aktion zwischen dem Kind und seinen Bezugs­personen achten, etwa ob das Kind bei Ansprache durch die Mutter oder den Vater mit Lächeln, Wenden des Kopfes oder spontanem Körperkontakt reagiert.

Mukoviszidose. Eltern können in den Tagen nach der Geburt ein Scree­ning auf Mukoviszidose machen lassen. Das wird Teil des derzeit bereits etablierten Neugeborenen-Scree­nings, bei dem das Blut des Säuglings auf mögliche Stoff­wechsel­erkrankungen untersucht wird.

Sinne. Hör- und Sehtests müssen nach bestimmten Qualitäts­kriterien durch­geführt werden.

Beratung. Der Kinder­arzt kann Eltern breiter als bisher zu verschiedenen Themen beraten und bei Interesse an spezialisierte Beratungs­stellen weiter verweisen – etwa zur richtigen Ernährung, zum Umgang mit einem Schreibaby, zur Vermeidung von Unfällen oder bei starken Belastungs­situationen in der Familie.

Gelbes Heft in neuem Gewand

Früh­erkennung bei Kindern Meldung

Das Dokumentations­heft für U-Unter­suchungen, das so genannte Gelbe Heft, liegt ab sofort in über­arbeiteter Form vor. Ärzte bekommen darin mehr Platz, um Unter­suchungs­ergeb­nisse zu dokumentieren. Es soll zudem ein heraus­nehm­bares Blatt enthalten, mit dem Eltern gegen­über Kitas und anderen Einrichtungen nach­weisen können, dass das Kind alle notwendigen Unter­suchungen durch­laufen hat. Das Heft wird ab sofort an Eltern von Neugeborenen heraus­gegeben. Eltern mit kleinen Kindern bis 1 Jahr (U6) erhalten ebenso beim nächsten Kinder­arzt-Besuch ein neues Gelbes Heft. Bisherige Notizen werden über­tragen. Stehen nur noch die U7 bis U9 aus, erhalten Eltern Einlegeblätter für das bisherige Gelbe Heft.

Mit Über­gangs­zeit in Arzt­praxen rechnen

In Krankenhäusern werden die neuen Unter­suchungs­parameter ab 1. September angewandt und die Kosten dafür von den gesetzlichen Krankenkassen über­nommen. Im ambulanten Bereich, sprich in den Kinder­arzt­praxen, sieht das etwas komplizierter aus. Eltern müssen hier mit einer Über­gangs­zeit von bis zu sechs Monaten rechnen, also bis Februar 2017. Sie können noch nicht erwarten, dass ihr Kind nach den neuen Regeln behandelt wird. Die Kassen­ärzt­liche Bundes­ver­einigung teilte mit, dass die Kosten von den Kassen erst über­nommen werden, wenn die Vergütung geregelt wurde. Dies stehe momentan noch aus. Im Zweifels­fall gilt: nach­fragen.

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