Risikoschwangerschaft: Häufige Diagnose

Der Arzt dokumentiert die gesundheitliche Verfassung der Frau zu Beginn der Schwangerschaft und hält Daten zum Schwangerschaftsverlauf fest. Viele Schwangere empfinden die häufigen medizinischen Kontrollen als Beruhigung – vorausgesetzt, es wird bestätigt: „Es ist alles in Ordnung.“

Bei anderen Schwangeren schüren die Eintragungen im Mutterpass Sorgen. Viele der dort notierten Daten gelten medizinisch als „Schwangerschaftsrisiko“. Es ist gar nicht so einfach, einer Einstufung als „Risikoschwangere“ zu entgehen. Dieses Etikett wird bereits vergeben, wenn die Frau jünger ist als 18 oder älter als 35 Jahre, wenn sie ihr erstes Kind bekommt. Auch besondere psychische Belastungen im familiären oder beruflichen Bereich oder eine Allergie führen bereits zu dieser medizinischen Einschätzung.

Drei Viertel aller Schwangerschaften in Deutschland werden heute als „Risikoschwangerschaft“ eingestuft. Demgegenüber schätzt eine Expertengruppe der Weltgesundheitsorganisation (WHO), dass von 100 Schwangeren 70 bis 80 allenfalls ein geringes Risiko aufweisen, wenn die Geburt beginnt.

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