Früherkennung Brustkrebs Meldung

Umfassende Reihenuntersuchung: Alle Frauen in Deutschland zwischen 50 und 69 Jahren werden aufgefordert, sich die Brust röntgen zu lassen.

Das Programm: Zum ersten Quartal des kommenden Jahres soll flächendeckend ein Screening-Programm für Brustkrebs angeboten werden. Studien zufolge lässt sich durch Röntgen der Brust (Mammographie) die Sterblichkeit an Brustkrebs bei Frauen im Alter von 50 bis 69 Jahren senken. Die Initiatoren heben hervor, dass bei qualitätsgesichertem Vorgehen in diesem Altersbereich am ehesten gewährleistet sei, dass der Nutzen das Risiko überwiege. Per Screening werden auch Krebsvorstufen und sehr kleine Karzinome festgestellt. Damit steigen die Heilungschancen. Brustkrebs ist mit 48 000 Neuerkrankungen pro Jahr die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Jedes Jahr sterben daran etwa 17 000. Das Screening läuft unabhängig von der Vorsorgeuntersuchung.

Das Vorgehen: Alle Frauen im genannten Alter werden alle zwei Jahre schriftlich zur Röntgenaufnahme der Brust eingeladen. Bis Juni waren es bereits 1,2 Millionen, 740 000 nahmen teil. Um die Sterberate an Brustkrebs spürbar zu senken, gilt eine Teilnahme von 70 Prozent der Angeschriebenen als unerlässlich. Berufstätige Frauen sollen nun auch Samstagstermine erhalten.

Anschreiben und Merkblatt sollen überarbeitet werden.

Qualitätssicherung: Referenzzentren bilden teilnehmende Ärzte und radiologische Fachkräfte fort. Jede Röntgenaufnahme der Brust wird von zwei Ärzten beurteilt, die mindestens 5 000 Mammographien pro Jahr vorweisen müssen. Nur qualifizierte Einrichtungen sind beteiligt, die technischen Geräte werden täglich überprüft.

Kritik: Kritiker stellen den Nutzen des Screenings in Frage: Falsche Krebsbefunde seien unvermeidbar und Frauen würden durch das Verfahren psychisch unnötig belastet.

Dieser Artikel ist hilfreich. 512 Nutzer finden das hilfreich.