Glossar

Abklärungs­unter­suchung: Ist der Befund der Mammografie auffällig, werden Frauen zur Abklärung nochmals einge­laden. Je nach Art der Auffälligkeit können unterschiedliche Unter­suchungen gemacht werden: zum Beispiel eine zweite Mammografie oder ein Ultra­schall der Brust. Wenn auch diese Unter­suchungen einen Verdacht auf Brust­krebs nicht ausräumen können, wird zur weiteren Abklärung eine Gewebe­probe entnommen (Biopsie).

Falsch-negativer Befund: Mitteilung nach der Unter­suchung, dass kein Verdacht auf Brust­krebs besteht, obwohl ein Tumor vorhanden ist.

Falsch-positiver Befund: Mitteilung nach der Unter­suchung, dass ein Verdacht auf Brust­krebs besteht, der sich bei der Abklärungs­unter­suchung nicht bestätigt.

Früh­erkennung: Maßnahmen der Krebs­früh­erkennung werden fälsch­licher­weise oft als Krebs­vorsorge bezeichnet. So kann Brust­krebs durch das Mammografie-Scree­ning zwar früher erkannt, aber nicht verhindert werden.

Informierte Entscheidung: Eine Entscheidung gilt als informiert, wenn sie auf wichtigen Fakten beruht, mit den eigenen Einstel­lungen über­einstimmt und in entsprechendes Verhalten umge­setzt wird. Beispiel: Wenn das Wissen über das Scree­ning hoch ist, die eigenen Einstel­lungen gegen die Teil­nahme sprechen, das Scree­ning aber trotzdem in Anspruch genommen wird, weil es von außen – zum Beispiel vom Arzt – als wichtige Maßnahme für die eigene Gesundheit deklariert wird, dann handelt es sich nicht mehr um eine informierte Entscheidung.

Intervall­karzinom: Brust­krebs, der in der Zeit zwischen zwei Mammografien entsteht.

Koope­rations­gemeinschaft Mammo­graphie: Die Kooperationsgemeinschaft Mammographie ist für die Organisation, Durch­führung und Qualitäts­sicherung des Scree­nings verantwort­lich. Träger sind der Spitzen­verband der gesetzlichen Krankenkassen und die Kassen­ärzt­liche Bundes­ver­einigung.

Mammobil: Fahr­bare Röntgen­station, in der Frauen in ländlichen Regionen untersucht werden.

Mammografie: Röntgen­unter­suchung der Brust.

Mammografie-Scree­ning: Organisierte Reihen­unter­suchung zur Früh­erkennung von Brust­krebs. Jede Frau im Alter zwischen 50 und 69 Jahren wird alle zwei Jahre zur Röntgen­unter­suchung der Brust per Brief einge­laden. Das Scree­ning wurde 2002 vom Bundes­tag beschlossen und wird seit 2009 in Deutsch­land flächen­deckend durch­geführt.

Scree­ning-Einheit: In Deutsch­land gibt es 94 zertifizierte Scree­ning-Einheiten mit rund 400 Stand­orten. Dort finden die Unter­suchungen statt.

Über­diagnose: Ein Brust­krebs wird diagnostiziert und behandelt, der ohne Scree­ning einer Frau zu Lebzeiten keine Probleme bereitet hätte.

Zentrale Stelle: Sie ist für die Einladungen und Termin­ver­einbarungen zuständig. Es gibt 17 zentrale Stellen – entsprechend den Bundes­ländern mit Ausnahme der zentralen Stellen Nord­rhein und West­falen-Lippe.

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