Früh­erkennung Brust­krebs Ärzte müssen vor Mammografie besser beraten

13.11.2014
Früh­erkennung Brust­krebs - Ärzte müssen vor Mammografie besser beraten

Das Mammografie-Scree­ning soll Frauen vor dem Tod durch Brust­krebs bewahren. Die Reihen­unter­suchung birgt aber auch Risiken. Werden Frauen darüber ausreichend aufgeklärt? Das prüfte die Stiftung Warentest mithilfe von 10 Frauen, die selbst entschieden hatten, am Scree­ning teil­zunehmen. Das Ergebnis ist enttäuschend. Die Experten von test geben Entscheidungs­hilfe und erklären, ob das Scree­ning nützt – und welche Risiken damit verbunden sind.

Inhalt

Mehr als 10 Millionen Frauen werden einge­laden

Jede Frau im Alter von 50 bis 69 Jahren wird alle zwei Jahre per Brief zur Brust­krebs­früh­erkennung einge­laden. Das Mammografie-Scree­ning richtet sich damit bundes­weit an mehr als 10 Millionen Frauen. Bei der Röntgen­unter­suchung, die in speziellen radio­logischen Zentren durch­geführt wird, ist keine Beratung vorgesehen. Zuständig für Fragen zu Früh­erkennungs­unter­suchungen ist in erster Linie der nieder­gelassene Frauen­arzt. Doch wie gut klären Gynäkologen über Nutzen und Risiken auf?

Ärzte im Test schweigen zu Risiken

Zehn Frauen ließen sich von ihrem Frauen­arzt beraten – mit ernüchterndem Fazit: Trotz Nach­frage bekamen die Frauen wenig Informatives zu hören. Wenn über­haupt, wurde der Nutzen des Scree­nings heraus­gestellt. Über Risiken schwiegen sich die Ärzte nahezu gänzlich aus. Auch das konkrete, individuelle Brust­krebs­risiko kam kaum zur Sprache.

Das Nutzen-Risiko-Verhältnis

Wie jede medizi­nische Maßnahme hat auch das Mammografie-Scree­ning Vor- und Nachteile. Durch die Reihen­unter­suchung wird Brust­krebs früher erkannt und die Brust­krebs­sterb­lich­keit gesenkt. Der geringen Chance, seltener an Brust­krebs zu versterben, steht aber das höhere Risiko von Über­diagnosen und falsch-positiven Befunden gegen­über Glossar. Die Stiftung Warentest bewertet das Mammografie-Scree­ning deshalb als mit Einschränkung geeignet.

Das bietet Ihnen das Special Mammografie-Sree­ning

Nach dem Frei­schalten des Specials lesen Sie absolute Zahlen zu Nutzen und Risiken des Scree­nings. Außerdem erfahren Sie, ob die Informations­abläufe des Scree­ning­programms bundes­weit einheitlich sind und wie in den radio­logischen Zentren mit Fragen zum Scree­ning umge­gangen wird – auch das haben die Tester geprüft. Dazu gibt es Tipps für ein ausgewogenes Beratungs­gespräch beim Arzt.

13.11.2014
  • Mehr zum Thema

    Umzug ins Pfle­geheim So sind Ihre Lieben gut versorgt

    - Wird mehr Pflege nötig, als Angehörige zu Hause schaffen, kann ein Umzug ins Heim sinn­voll sein. Unser Special zeigt an einem Fall­beispiel, wie Familien einen Platz...

    Schneller beim Fach­arzt Das bringt das neue Termin­service­gesetz

    - Eigentlich sollen Patienten höchs­tens vier Wochen warten müssen, bis sie einen Fach­arzt sehen. Doch bei den vor zwei Jahren einge­führten Termin­service­stellen ist...

    Video­sprech­stunde Zum Arzt via Bild­schirm und Kamera

    - Ein weiter Anfahrtsweg, Gebrech­lich­keit, langes Warten beim Arzt oder die Sorge, sich im Warte­zimmer mit Krank­heits­erregern anzu­stecken – oft gibt es gute Gründe,...