Strategie „Kleiner Zuver­dienst“

  • Reguläre Rente: 1 500 Euro
  • Zwei Jahre früher in Rente
  • Rente: 1 307 Euro
  • Nebenbei 450-Euro-Job ohne Anrechnung auf Rente
  • Einkünfte Rente und Minijob: ­1 756 Euro

Für Frau Schäfer ist eine Teil­zeit­regelung bei ihrem bisherigen Arbeit­geber zu unflexibel. Sie möchte mit ihrem Mann lange Reisen machen und nicht an Urlaubs­tage gebunden sein. Aber hin und wieder will sie ein biss­chen Geld nebenbei verdienen, um die Urlaubs­kasse aufzubessern.

Das ist kein Problem: Bis zu 450 Euro darf Frau Schäfer jeden Monat verdienen, ohne dass irgend­etwas auf ihre Rente ange­rechnet wird. Das ändert sich durch die geplante Flexi-Rente nicht. Wenn sie also zwei Jahre vor der Regels­alters­grenze aufhört zu arbeiten, nimmt sie die Abschläge in Kauf und bezieht ihre Alters­rente von 1 307 Euro. Wenn sie zusätzlich 450 Euro im Minijob verdient, kommt sie auf Einkünfte von 1 756 Euro insgesamt. Zwei Monate im Jahr darf sie bis zu 900 Euro verdienen, ohne dass ihr Gehalt auf die Rente ange­rechnet wird.

Sie sollte jedoch aufpassen, dass sie diese Vorgaben einhält. Wenn sie die Hinzuver­dienst­grenzen aus irgend­welchen Gründen über­schreitet, wird ihr mit der aktuellen Regelung sofort ein Drittel der Rente gekürzt. Dann würde sie nur noch rund 870 Euro Rente bekommen und steht vielleicht trotz Hinzuver­dienst schlechter da als ohne.

Natürlich lässt sich diese Strategie auch mit der Strategie „Ausgleichen“ kombinieren. Damit würde sie ihre Rente durch den Ausgleich von Abschlägen erhöhen und könnte so ihre Einkünfte auf insgesamt 1 858 Euro steigern.

Da Frau Schäfer eine sogenannte „Alters­voll­rente“ vorzeitig bezieht, ist sie mit ihrem Minijob von der Zahlung von Beiträgen zur Renten­versicherung befreit. Ihre Rente erhöht sie mit dem Minijob also nicht mehr.

Erreicht Frau Schäfer ihre Regel­alters­grenze, fallen auch die Hinzuver­dienst­grenzen weg. Wenn sie möchte, dürfte sie dann mehr verdienen als 450 Euro, ohne dass es zu einer Anrechnung kommt.

Den Minijob könnte sie also so lange machen, wie sie möchte. Hört sie auf, nebenbei zu arbeiten, erhält sie dann aber nur noch ihre Rente von gegen­wärtig 1 307 Euro.

Am ehesten lohnt sich der Minijob, wenn der Arbeit­geber eine Pauschal­versteuerung durch­führt und die Steuer über­nimmt. Dann bekommt Schäfer die vollen 450 Euro steuerfrei ausbezahlt.

Vorsichtig sein müssen Besitzer einer Solar­anlage. Denn auch Einnahmen aus dem Betrieb einer Solar­anlage sind im Sinne des Renten­rechts Arbeits­einkommen. Wenn Frau Schäfer also mit ihrem Minijob und den Einnahmen aus der Solar­anlage auf dem Dach ihres Hauses mehr als 450 Euro verdient, wird ihre Rente gekürzt. Kapital­erträge und Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung werden jedoch nicht ange­rechnet.

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