Strategie „Aussitzen“

Früher in Rente Special
  • Reguläre Rente: 1 500 Euro
  • Zwei Jahre früher in Privatr­ente
  • Muss 1 408 Euro für zwei Jahre privat finanzieren, kostet 33 799 Euro insgesamt
  • Spätere Rente: 1 408 Euro

Frau Schulze möchte mit 63 mehr Zeit in ihrem Kunst­atelier verbringen und sich mehr ehren­amtlich engagieren.

Deswegen plant auch Frau Schulze zwei Jahre vor ihrem Regel­alters­eintritt mit 65 Jahren und acht Monaten nicht mehr zu arbeiten. Sie hat den Vorteil, einen jüngeren Ehemann zu haben, der weiterhin arbeitet und genug verdient, um das Leben der beiden zu finanzieren. Außerdem kann er sie bei seiner Krankenkasse beitrags­frei mitversichern.

Frau Schulze hat gehört, dass sie mit Abschlägen rechnen müsse, wenn sie vorzeitig in Rente geht. Das will sie gerne verhindern. Ihr Plan: Einfach nicht früher in Rente gehen. Sie finanziert sich mit Unterstüt­zung ihres Ehemannes die 24 Monate frühere Frei­zeit selbst und beantragt erst mit Erreichen der Regel­alters­grenze ihre gesetzliche Rente.

„Aussitzen“ lohnt sich nicht

Der Vorteil dieser Strategie wäre, dass sie wie bei der Strategie „Ausgleichen“ ihre gesetzliche Rente für den Rest ihres Lebens deutlich erhöhen würde. Genau wie mit der vorigen Strategie käme sie auf eine Rente von 1 408 Euro. Der Nachteil ist, dass sie und ihr Mann 24 Monate lang 1 408 Euro selbst finanzieren müssten.

Um die Strategien zu vergleichen, summieren wir den monatlichen Bedarf für 24 Monate. Das wären dann 33 799 Euro. Das ist deutlich mehr als der Einmalbeitrag von 24 336 Euro, der nötig wäre, um die Abschläge auszugleichen. Da Frau Schulze das notwendige Geld nicht auf der hohen Kante hat, scheint ihr die Strategie „Aussitzen“ eine attraktive Möglich­keit zu sein.

Doch die Variante ist nicht zu empfehlen: Es dauert hier deutlich länger, bis sich die eigenen Aufwendungen rechnen. Die höhere Rente ist teuer erkauft. Ohne Abgaben und Renten­entwick­lung gerechnet, würde sich der einge­zahlte Beitrag erst nach knapp 28 Jahren rentieren. Darauf sollte Frau Schulze trotz bester Gesundheit mit 63 nicht mehr spekulieren.

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