Frühdefibrillation Meldung

Jedes Jahr erleiden 100 000 Menschen in Deutschland den plötzlichen Herztod. Viele müssten nicht sterben, wenn das Kammerflimmern sofort mit einem Elektroschock gestoppt würde. Doch die Ausstattung von Betrieben und öffentlichen Einrichtungen mit halb au-tomatischen Defibrillatoren kommt nur schleppend voran, berichtet Professor Hans-Joachim Trappe von der Universität Bochum auf einer Veranstaltung der Deutschen Herzstiftung. Er weist darauf hin, dass das Konzept in den USA bereits seit vielen Jahren aktiv und erfolgreich verfolgt werde. Dass die Frühdefibrillation durch geschulte Laien die Überlebensquote bei Herz-Kreislauf-Stillständen erheblich verbessert, beweise zum Beispiel ein Projekt in Las Vegas in Spielkasinos. Von etwa 10 Prozent stieg die Überlebensrate auf 74 Prozent, wenn innerhalb von drei Minuten defibrilliert wurde. Nach mehr als drei Minuten lag die Rate immerhin noch bei 49 Prozent.

„Kinderleichte“ Bedienung

Frühdefibrillation Meldung

Die Herzstiftung unterstützt mehrere entsprechende Projekte in Deutschland, so zum Beispiel am Frankfurter Flughafen. Die Geräte korrekt zu bedienen, sei „kinderleicht“. Niemand müsse befürchten, zu Unrecht einen Elektroschock zu erhalten. Auch das Rote Kreuz und die anderen Rettungsorganisationen setzen sich für die Frühdefibrillation ein. Über den Effekt von Defibrillatoren im Privatbereich liegen noch zu wenig Erfahrungen vor. Wer mit Herzkranken zusammenlebt, sollte aber die Herz-Lungen-Wiederbelebung beherrschen, so Professor Trappe.

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