Wer einen Bekannten bei Hilfsarbeiten verletzt, muss auch dann dafür haften, wenn die Hilfe nur aus Gefälligkeit und unentgeltlich erfolgte. Das entschied das Oberlandesgericht Koblenz (Az: 1 U 1067/98). Es sprach einem Mann deshalb ein Schmerzensgeld in Höhe von 20.000 Mark zu. Dessen Freund hatte ihn bei der Reparatur seines Motorrades versehentlich mit einem Schraubenzieher am Auge verletzt, woraufhin der Kläger auf diesem Auge erblindete.

Die Richter beriefen sich auf eine Entscheidung des Bundesgerichtshofs (Az: VI ZR 49/91). Die Bundesrichter urteilten darin, dass ein Helfer aus Gefälligkeit zwar zum Ausdruck bringe, keine vertraglichen Bindungen eingehen zu wollen. Das schließe eine Haftung für schuldhafte Körperverletzungen aber nicht aus.

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