Die Versorgungskassen von Bund, Ländern, Gemeinden und Kirchen haben sich im März 2002 mit den öffentlichen Arbeitgebern auf eine freiwillige Betriebsrente à la Riester für Angestellte im öffentlichen Dienst geeinigt. Alle Kassen bieten die gleiche klassische Rentenversicherung in leicht variierten Formen an. Eine Fondsvariante soll 2003 folgen.

Die Kassen unterstehen dem Bundesfinanzministerium. Bei wirtschaftlicher Not müssen die öffentlichen Arbeitgeber Kapital zuschießen, um die Garantieleistung zu halten.

Vorteil: Die freiwillige Zusatzversicherung ist für Arbeitnehmer bequem, denn ihr Arbeitgeber leitet ihre Beiträge aus ihrem Nettogehalt an die Versorgungskasse weiter. Die Garantieleistung ist mit rund 4,2 Prozent (3,25 Prozent in der Anspar-, 5,25 Prozent in der Auszahlungsphase) höher als sonst bei klassischen Rentenversicherungen. Der Vertrag kann bei Ausscheiden aus dem öffentlichen Dienst privat fortgeführt werden. Frauen erhalten trotz längerer Lebenserwartung die gleiche Rente wie Männer.

Nachteile: Die Garantieleistung darf bis auf durchgängig 3,25 Prozent fallen, wenn sich die Ertragslage einer Kasse so verschlechtert, dass sie höchstens 3,25 Prozent Zins auf den Sparanteil des Beitrags erwirtschaftet. Männer bekommen weniger Rente als bei einem geschlechtsabhängig kalkulierten Tarif, wie er bei privaten Rentenversicherungen üblich ist.

Fazit: Das Angebot eignet sich vor allem für Frauen, die konservativ sparen wollen. Männer sollten prüfen, ob sie trotz der für sie ungünstigen Kalkulation damit günstiger fahren als mit einem privaten Riester-Vertrag, indem sie ein privates Vergleichsangebot einholen. (Informationen u. a. unter www.vbl.de oder bei den Personalstellen.)

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