Freiwillig Krankenversichert Meldung

Rund 1,2 Millionen Rentner werden bitter dafür bestraft, dass sie der gesetzlichen Krankenkasse die Treue hielten und dort freiwillig versichert blieben, anstatt in eine private Krankenversicherung zu wechseln. Sie müssen als Ruheständler erheblich höhere Beiträge zahlen als Pflichtversicherte. Während sich der Beitrag von Pflichtversicherten nur an der gesetzlichen Rente und ähnlichen Bezügen, etwa Betriebsrente, orientiert sowie an Verdiensten aus Nebenjobs, müssen freiwillig Versicherte darüber hinaus auch auf Mieteinnahmen, Kapitaleinkünfte und private Rentenversicherungen Beitrag zahlen.

Diese Ungerechtigkeit will das Bundesverfassungsgericht (Az. 1 BvL 16/96) nicht akzeptieren: Bis 31. März 2002 muss der Bund eine neue Lösung finden. Zwei Wege sind denkbar: Auch Pflichtversicherte zahlen künftig mehr, oder freiwillig Versicherte zahlen weniger. Bisher wird jeder als "Freiwilliger" zum höheren Beitrag verdonnert, der nur zehn Prozent der zweiten Hälfte seines Berufslebens über der Beitragsbemessungsgrenze von derzeit 6.450 Mark (Ost: 5.325 Mark) lag. Ist das der Fall, bleibt dem Rentner kein Ausweg: Der Wechsel in eine private Versicherung ist ­ wenn überhaupt ­ in der Regel nur bis zu einem Alter von 40 Jahren ratsam.

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