Volker Sch. aus Vaterstetten:

Ich mache mir Gedanken, wie ich nach der neuen Steuerreform die Freistellungsaufträge am besten verteile. Zinsen zählen ja weiter zu 100 Prozent als Einkünfte aus Kapitalvermögen, Ausschüttung von Aktiengesellschaften sind zur Hälfte steuerfrei. Werden schon Dividenden aus Aktien nur noch zur Hälfte besteuert, wenn sie aus Geschäftsjahren wie zum Beispiel vom 1. Oktober 2000 bis 30. September 2001 stammen?

Finanztest:

Sie müssen die neuen Regeln erst in den Freistellungsaufträgen für 2002 berücksichtigen. Betroffen sind Dividenden, die die Unternehmen dann für das Geschäftsjahr 2001 zahlen. Für Dividenden aus Geschäftsjahren, die nicht mit dem Kalenderjahr übereinstimmen, gelten noch die alten Regeln. In dem Fall verschiebt sich die erstmalige Anwendung des so genannten Halbeinkünfteverfahrens entsprechend. Das heißt bei Ihnen: Dividenden aus dem Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2000 bis 30. September 2001 zählen noch voll als steuerpflichtiger Kapitalertrag. Erst im folgenden Geschäftsjahr bleibt die halbe Dividende steuerfrei.

Wichtig ist auch zu wissen, dass es dann auch zu Einschränkungen bei den Werbungskosten kommt. Haben Sie Aufwendungen im wirtschaftlichen Zusammenhang mit den halbierten steuerpflichtigen Kapitaleinkünften wie zum Beispiel Depotgebühren, lassen diese sich nur noch zur Hälfte geltend machen. Schüttet die Aktiengesellschaft keinen Gewinn aus, sind nach dem Willen des Gesetzgebers diese Werbungskosten gar nicht absetzbar.

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