Freie Autowerkstätten sind oft billiger als Vertragshändler. Drei von acht getesteten Ketten machen ihre Sache gut. Ausgerechnet die bekannten Namen Bosch Service und Pit-Stop enttäuschten dagegen: Die Qualität schwankte von Betrieb zu Betrieb. Einige Fahrzeuge wurden schlecht gewartet. Im Test: 40 Autowerkstätten von acht großen Ketten in fünf deutschen Städten.

Zu diesem Thema bietet test.de einen aktuelleren Test: Autowerkstätten

Gebrauchtwagen präpariert

Radmutter locker, Standlichtlampe defekt, Auspuffaufhängung lose, Hupe kaputt, Scheibenwaschdüse verstopft und das Reserverad zu weich: 40 Gebrauchtwagen präparierte die Stiftung Warentest auf diese Weise – 20 VW Golf III und 20 Opel Astra. Nun gings in eine freie Werkstatt. Die haben keinen Vertrag mit einem bestimmten Autohersteller und reparieren fast alle Marken. Im Test: 1a Autoservice, A.T.U Auto-Teile-Unger, AD Autodienst, Auto Crew, Autofit, Automeister, Bosch Service und Pit-Stop. Jeder Anbieter musste fünfmal ran. Der Auftrag: eine große Inspektion.

Gut und günstig

Die Testsieger heißen AD Autodienst, Auto Crew und Autofit. Sie arbeiten zuverlässig und gut. Jeweils drei von fünf Werkstätten fanden und behoben alle Fehler. Auch die beiden anderen Werkstätten dieser Anbieter arbeiteten gut, übersahen aber jeweils ein Detail. Mal blieb die Radmutter lose, die Düse der Scheibenwaschanlage verstopft oder das Reserverad zu platt. Insgesamt erreichten die drei Testsieger das Qualitätsurteil gut. Note: 2,0 bis 2,1. Das ist besser als der Durchschnitt der bisher getesteten Vertragswerkstätten von Opel und VW. Fazit: Freie Werkstätten können durchaus gut und günstig sein.

Ohne Luftfilter vom Hof

Die Branchengrößen Bosch Service und Pit-Stop enttäuschten dagegen. Bei Pit-Stop fuhr ein Testwagen sogar ohne Luftfilter vom Hof. Der Mechaniker hatte ihn vergessen. Alle fünf Pit-Stop-Werkstätten bemerkten die defekte Hupe, aber nur zwei reparierten sie. Andere Fehler wurden ganz übersehen: Keiner der fünf Testwagen kam einwandfrei zurück. Beim Bosch Service schwankte die Qualität: einmal sehr gut (alle Fehler behoben), einmal befriedigend, zweimal ausreichend und einmal mangelhaft. Die schlechteste Werkstatt ließ den Auspuff baumeln, das Standlicht defekt und die Hupe ohne Funktion. Auch die Düse der Scheibenwaschanlage blieb hier verstopft. Fazit: Keine Empfehlung für die bekannten Marken Bosch und Pit-Stop.

Die Qualität schwankt

Auch A.T.U Auto-Teile-Unger und 1a Autoservice reparierten sehr unterschiedlich: Von ausreichend bis sehr gut. So wird die Inspektion zur Lotterie. Es ist menschlich, wenn ein Mechaniker mal ein Detail übersieht, doch insgesamt muss sich der Kunde auf seine Werkstatt verlassen können. Bei Automeister funktioniert das immerhin befriedigend.

Nachholbedarf beim Service

Nachholbedarf haben die freien Werkstätten allgemein bei der Auftragsabwicklung: Die Stiftung Warentest bewertete Terminvereinbarungen, Wartezeiten beim Bringen und Abholen des Fahrzeugs, Auftragsbestätigung, Checkliste und Erläuterungen zur Rechnung. Bestes Urteil: Befriedigend. Das kriegen die Vertragswerkstätten etwas besser hin.

Freie Werkstätten oft billiger

Aber: Vertragswerkstätten sind teuer. Bis zu 450 Euro kostet eine große Inspektion. Einschließlich Lohn und Material. Die freien Werkstätten kassierten nur 102 bis 364 Euro. Bemerkenswert: Die Preise schwanken von Werkstatt zu Werkstatt. Auch beim selben Anbieter. Deshalb gilt: Preisvergleiche lohnen sich. Im Schnitt sind freie Werkstätten etwas billiger als Vertragshändler: Gute Wahl für Gebrauchtwagen und sparsame Fahrer. Achtung: Bei Neuwagen kann es Probleme mit dem Hersteller geben (siehe Tipps).

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