Freibeträge auf der Lohnsteuerkarte 2000 Meldung

Freibeträge auf der Lohnsteuerkarte zahlen sich in Mark und Pfennig aus. Wenn Arbeitnehmer jetzt zügig handeln, können sie schon ab Januar 2000 mehr Nettogehalt kassieren.

Über ein Drittel des Steueraufkommens holt sich der Fiskus als Lohnsteuer von Arbeitnehmern. Das waren 1998 mehr als 300 Milliarden Mark. Beim Kassieren zeigt der Staat Großzügigkeit mit sich selbst: Er nimmt in vielen Fällen mehr Lohnsteuer als ihm zusteht und gibt, wenn überhaupt, erst im Rahmen der Steuererklärung wieder etwas zurück. Er borgt sich auf diese Weise von jedem Arbeitnehmer, der eine Steuererklärung abgibt, durchschnittlich einen Tausender im Jahr, ohne einen Pfennig Zinsen zu zahlen. Wer diesen zinslosen Kredit aufkündigen will, hat nur ein wirksames Instrument: Er lässt sich auf seiner Lohnsteuerkarte Freibeträge eintragen. Sie reduzieren die Lohnsteuer schon im Jahresverlauf und sorgen so für einen höheren monatlichen Nettolohn. Freibeträge akzeptiert das Finanzamt für die meisten Aufwendungen, die auch per Steuererklärung abgerechnet werden dürfen. Das gilt jedenfalls dann, wenn sie eine Mindesthöhe erreichen.

Ausgaben für den Job

Freibeträge auf der Lohnsteuerkarte 2000 Meldung

Künftige Werbungskosten lassen sich in einen Freibetrag ummünzen, wenn sie nachgewiesen oder glaubhaft gemacht werden können. Außerdem müssen sie den Arbeitnehmerpauschbetrag von 2.000 Mark übersteigen. Zu den wichtigsten "Freibetragsbringern" gehören Fahrtkosten zwischen Wohnung und Betrieb. Per Pkw bringen sie pauschal 70 Pfennig je Entfernungskilometer und Arbeitstag. Wer mit dem Motorrad oder Motorroller unterwegs ist, kann 33 Pfennig ansetzen, mit Moped oder Mofa 28 und mit Fahrrad 14 Pfennig. Für öffentliche Verkehrsmittel gelten die tatsächlich gezahlten Kosten.

Ausgaben für Arbeitsmittel wie zum Beispiel Hard- und Software, Faxgerät, Fachliteratur, Berufsbekleidung oder Werkzeug erkennt der Fiskus in voller Höhe an, wenn sie inklusive Umsatzsteuer nicht mehr als 928 Mark kosten. Teurere Anschaffungen sind entsprechend der Nutzungsdauer über mehrere Jahre zu verteilen, für einen Computer sind es im Normalfall vier Jahre, für einen Schreibtisch und andere Büromöbel zehn Jahre. Hier sind aber Änderungen geplant. Das Bundesfinanzministerium will die Abschreibungszeiträume verlängern und die Abschreibungstabellen entsprechend ändern.

Fortbildungskosten für eine Qualifizierung im ausgeübten Beruf, zum Beispiel für die Teilnahme an Seminaren und Kongressen, werden vom Finanzamt in voller Höhe akzeptiert. Ebenso zählen Beiträge an Gewerkschaften, Berufs- und Fachverbände dazu. Auch das häusliche Arbeitszimmer kann unter bestimmten Voraussetzungen das Freibetragskonto erhöhen.

Kosten für eine doppelte Haushaltsführung akzeptieren die Beamten, wenn Arbeitnehmer auswärts arbeiten und wohnen, aber ihren Lebensmittelpunkt am bisherigen Wohnort beibehalten. Das gilt übrigens auch für Azubis, wenn sie einen eigenen Hausstand haben. Für die ersten zwei Jahre zählen Fahrt-, Unterkunfts- und Umzugskosten. In den ersten drei Monaten gelten zusätzlich auch noch Verpflegungspauschalen wie bei Dienstreisen.

Achtung: Artisten, Künstler und Journalisten müssen erstmals ab 1. Januar 2000 auf ihre besonderen Pauschbeträge verzichten. Sie wurden gestrichen.

Andere Ausgaben

Private Ausgaben mindern grundsätzlich nicht die Steuerlast. Aber keine Regel ohne Ausnahme: Einige dieser Aufwendungen erkennt der Fiskus als Sonderausgaben und außergewöhnliche Belastungen an.

Unterhaltszahlungen an den geschiedenen oder getrennt lebenden Exgatten gehören dazu. Sie werden bis zu 27.000 Mark berücksichtigt. Voraussetzung ist allerdings, dass der Unterhaltsempfänger die Zahlung versteuert.

Berufsausbildungskosten in einem nicht ausgeübten Beruf lassen sich bis zu 2.400 Mark als Freibeträge ansetzen. Ebenso zählt die Kirchensteuer in voller Höhe. Auch Steuerberatungskosten und Spenden für kirchliche oder gemeinnützige Zwecke und für eine versicherungspflichtig beschäftigte Haushaltshilfe (bis 18.000 Mark) erhöhen das Freibetragskonto.

Eltern dürfen für Kinder in Berufsausbildung Ausbildungsfreibeträge beanspruchen, die je nach Alter und Unterbringung 1.800 bis 4.200 Mark betragen. Unterhalt an bedürftige Angehörige kann pro Person jetzt bis zu 13.500 Mark bringen. Wer eine hilfsbedürftige Person pflegt, kann den Pflegepauschbetrag in Höhe von 1.800 Mark nutzen. Ausgaben für Medikamente, Brillen, Zahnersatz und Krankenhausaufenthalte oder Kuren werden in begrenztem Umfang anerkannt.

Behinderte erhalten je nach dem Grad der Behinderung pauschal zwischen 600 und 7.200 Mark als Freibetrag,

Hinterbliebene 720 Mark. Wer wegen Krankheit oder Behinderung eine Haushaltshilfe beschäftigt, kann bis zu 1.800 Mark geltend machen.

Eigenheimer, die noch nach Paragraph 10e des Einkommensteuergesetzes gefördert werden, können ihre jährlichen Steuerabzugsbeträge voll als Freibetrag geltend machen. Zusatzplus: Baukindergeld schlägt bei ihnen mit 4.000 Mark pro Kind zu Buche. Eigenheimbesitzer in den neuen Bundesländern, die noch nach dem Fördergebietsgesetz unterstützt werden, können jährlich bis zu 4.000 Mark Modernisierungskosten ansetzen, wenn der zehnjährige Förderzeitraum noch nicht vorbei ist.

Verluste aus Vermietung und Verpachtung verhelfen oft zu beträchtlichen Freibeträgen.

Achtung: Freibeträge für Kinderbetreuungskosten, die Alleinerziehende bisher geltend machen durften, trägt die Verwaltung für das Jahr 2000 erstmals nicht mehr ein. Hier regiert der vorauseilende Rotstift, denn die als Begründung angeführte Verbesserung der Familienförderung war zu Redaktionsschluss noch gar nicht beschlossen.

Wer zum ersten Mal einen Freibetrag beantragt, muss sich durch einen sechsseitigen "Antrag auf Lohnsteuerermäßigung" arbeiten. Das erfordert Zeit und Geduld, lohnt sich aber, wenn eine ordentliche Nettolohnerhöhung winkt. Anträge auf Freibeträge in der Lohnsteuerkarte sind auch während des Jahres möglich. Spätester Abgabetermin ist jeweils der 30. November.

Und der nächste Antrag im neuen Jahr wird schon viel einfacher, wenn sich der Steuerzahler eine Kopie des alten aufhebt. Wer beim zweiten Mal den gleichen oder einen niedrigeren Freibetrag beantragt, muss nur noch ein zweiseitiges Formular ausfüllen, um dem Finanzminister den zinslosen Kredit zu sperren. Wenn das kein Anreiz ist.

Dieser Artikel ist hilfreich. 206 Nutzer finden das hilfreich.