Bademeister müssen den Bade­betrieb fort­laufend auf Gefahrensituationen für Bade­gäste über­wachen. Das hat der Bundes­gerichts­hof (BGH) entschieden (Az. III ZR 60/16). In einem kommunalen Naturfreibad hatte sich ein zwölfjäh­riges Mädchen unter Wasser in einem Bojenseil verfangen. Der Bademeister bemerkte zwar, dass die Boje sank, befragte aber erst einige Kinder, schickte dann andere zum Nach­schauen, die nichts entdeckten. Dann holte er eine Schwimm­brille im Geräte­haus und schwamm selbst zur Boje. Er entdeckte das leblose Kind, befreite es und brachte es an Land, wo es reanimiert wurde. Das Mädchen ist seither schwerst­behindert und zeit­lebens pflegebedürftig.

Der BGH verwies das Verfahren zurück an das Ober­landes­gericht Koblenz. Es muss prüfen, ob die Schäden auch aufgetreten wären, wenn sich der Bademeister pflicht­gemäß verhalten hätte. Ist die Prüfung unmöglich, hat die Klägerin aber keinen Nachteil. Sofern die Aufsicht laut Gericht grob fahr­lässig gehandelt hat, muss die Kommune das Gegen­teil beweisen.

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