Michael Quast, Königslutter:

Ich habe mit meiner Frau ein Haus gebaut. Darin habe ich ein Arbeitszimmer von 21 Quadratmetern für meine freiberufliche Arbeit. In den restlichen 119 Quadratmetern wohnen wir. Für den ganzen Bau haben wir 32 000 Euro Mehrwertsteuer gezahlt. Wie viel davon kann ich für mein Arbeitszimmer als Vorsteuer abrechnen?

Finanztest: Zu Ihrer Frage gibt es zwei Urteile des Europäischen Gerichtshofs. In dem neusten richtet sich die Vorsteuer, die Sie abrechnen können, nach der Größe des Arbeitsraums. Da er bei Ihnen 15 Prozent von der 140 Quadratmeter großen Gesamtfläche des Hauses ausmacht, muss das Finanzamt für den Raum 4 800 Euro Vorsteuer anerkennen (15 Prozent von 32 000 Euro). Nach dem älteren Urteil ­können Sie das Haus auch voll dem Geschäftsbereich zuordnen und die volle Vorsteuer von 32 000 Euro verrechnen lassen (Rs. C-269/00).

Die Beamten müssen aber prozentual höchstens Ihren Anteil am Haus berücksichtigen. Wenn Sie die volle Vorsteuer verrechnen sollen, muss Ihnen das Eigenheim alleine gehören. Nicht nötig ist aus Sicht der Richter dagegen, dass Sie dem Finanzamt auf Ihren Namen ausgestellte Baurechnungen vorlegen. Auch Rechnungen, die ­an Sie und Ihre Frau gemeinsam adressiert sind, reichen aus (EuGH-Urteil, Rs. C-25/03).

Dieser Artikel ist hilfreich. 393 Nutzer finden das hilfreich.