Thomas B., Herne: Ich ziehe demnächst aus. Der Teppichboden weist deutliche Verschleißspuren auf. Muss ich ihn reinigen lassen oder sogar ersetzen? Laut Mietvertrag bin ich zu Schönheitsreparaturen verpflichtet.

Finanztest: Nein, Sie müssen sich nicht um den Teppich kümmern. Das Reinigen eines vom Vermieter verlegten Teppichbodens gehört wie das Abschleifen von Parkett nicht zu den Schönheitsreparaturen, die der Vermieter auf den Mieter abwälzen kann (Oberlandesgericht Hamm, Az. 30 Re Miet 3/90).

Ihr Vermieter kann nur dann die Ausbesserung oder den ­Ersatz des Bodenbelags verlangen, wenn dieser Spuren aufweist, die eindeutig für einen übermäßigen, vertragswidrigen Gebrauch sprechen. Ersetzen müssten Sie beispielsweise Schäden wie Brandlöcher oder Rotweinflecken. Ihr Vermieter hätte dann Anspruch auf den Zeitwert des Teppichbodens.

Möbelabdrücke oder Lauf­spuren gehören dagegen zum normalen Verschleiß. Dafür müssen Sie nicht aufkommen.

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