Frage + Antwort Meldung

Silke R., Delmenhorst
Mein Mann und ich sind ­Arbeitnehmer. Auf unseren kleinen Sohn soll tagsüber meine Mutter aufpassen. Wir wollen ihr dafür 300 Euro im Monat zahlen. Können wir das Geld absetzen?

Finanztest: Ja. Wenn Ihre Mutter nicht bei Ihnen im Haushalt lebt, können Sie von den Betreuungskosten für den Sohn zwei Drittel als Werbungskosten absetzen.

Sie brauchen von Ihrer Mutter aber eine ordentliche Rechnung und Sie dürfen die 300 Euro nicht bar zahlen. Sie müssen das Geld überweisen und die Betreuung vertraglich wie mit einer Fremden regeln.

Hat Ihre Mutter, weil sie zum Beispiel Rentnerin ist, so geringe Einkünfte, dass sie die 300 Euro im Monat nicht versteuern muss, kann sie selbstständig mit Honorarvertrag arbeiten. Darin regeln Sie den Umfang, das Honorar und die Aufgaben, die Ihre Mutter in eigener Regie übernimmt.

Hat sie so hohe Einkünfte, dass sie die 3 600 Euro im Jahr versteuern müsste, ist dagegen ein Minijob günstiger. Damit kann sie die 3 600 Euro ohne Abzüge bekommen. Sie selbst überweisen dafür 493,20 Euro (13,7 Prozent) Abgaben an die Knappschaft-Bahn-See. Ist Ihre Mutter privat krankenversichert, sind es nur 313,20 Euro (8,7 Prozent).

Sie erhalten von der Knappschaft für das Finanzamt ­einen Nachweis über Ihre ­gesamten Ausgaben. Kostet Sie der Job mit Lohn 4 093,20 ­Euro, sind 2 728,80 Euro Werbungskosten (zwei Drittel). Mit 35 Prozent Steuersatz sparen Sie 955,08 Euro Steuern.

Alle wichtigen Informationen über Minijobs erhalten Sie bei der Knappschaft unter www.minijob-zentrale.de oder 0 180 1/20 05 04 zum Ortstarif.

Dieser Artikel ist hilfreich. 199 Nutzer finden das hilfreich.