Ingrid C., Berlin:

Ich habe Post von einem Erbenermittler bekommen. Er schreibt, ich sei Miterbin der Enkelin meiner Urgroßtante, die ich nicht kenne. Für seine weitere Arbeit und mehr Infos soll ich eine Honorarvereinbarung unterschreiben. Soll ich?

Finanztest: Das hängt davon ab, ob Sie sich ­lieber selbst um die Angelegenheit kümmern wollen oder nicht. Sie sind nicht verpflichtet, den Vertrag zu unterschreiben. Der Ermittler hat keinen Anspruch, selbst wenn Sie erst durch ihn von dem Erbe erfahren. Sie können zum Beispiel mithilfe von Standesämtern, Kirchen­büchern und Auswanderverzeichnissen selbst ­Bescheinigungen zusammentragen, um nachzuweisen, dass Sie erbberechtigt sind.

Wenn Sie wollen, dass sich der Ermittler darum kümmert, sollten Sie den Vertrag prüfen. Seriöse Ermittler verlangen ihr Honorar erst, wenn Ihnen das Erbe ausgezahlt wird. Üblich sind 5 bis 35 Prozent vom Erbe vor Abzug der Erbschaftsteuer. Dazu kommen meist noch Mehrwertsteuer und Auslagen des Ermittlers, etwa für Gerichtsdokumente. Der Ermittler sollte die Höhe der Erbschaft bereits im Vertrag angeben und Sie nicht unter Zeitdruck setzen.

Fragen Sie im Zweifel beim Amtsgericht, ob Ihr Ermittler bekannt ist. Wenn er lange in der Branche ist, kennt man ihn wahrscheinlich.

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