Anton D.,Ludwigsburg: Im August hat mir meine Bank empfohlen, die Steuer­erklärung aus dem Jahr 2000 wegen der 26 Telekom-­Bonusaktien zu überprüfen, die ich erhalten hatte. Nun sei entschieden, dass der Bonus steuerpflichtig ist. Ich habe das Schreiben an mein ­Finanzamt geschickt und soll über 400 Euro Steuern nachzahlen und darauf auch noch 61 Euro Zinsen. Das ist insgesamt mehr als die Bonusaktien heute wert sind. Was kann ich tun?

Finanztest. Um die Steuernachzahlung werden Sie nicht herumkommen. Doch Sie sollten das Finanzamt bitten, ­Ihnen die Zinsen ganz oder zur Hälfte wegen „sachlicher Unbilligkeit“ zu erlassen, weil Sie mehr nachzahlen sollen (461 Euro) als die Aktien heute Wert sind (etwa 416 Euro).

Das Finanzamt kann auf die Zinsen für die Nachforderung verzichten. Tut es das nicht, sind laut Paragraf 238 der Abgabenordnung für jeden vollen Monat 0,5 Prozent Zinsen fällig. Die Verzinsung beginnt 15 Monate nach Ablauf des Jahres, in dem die Steuer entstanden ist, also zum Beispiel für die Einkommensteuer 2000 am 1. April 2002.

Ihre Bitte können Sie Ihrem Bearbeiter telefonisch oder schriftlich vortragen. Bleiben Sie hartnäckig, wenn er ablehnt. Es lohnt sich, Einspruch einzulegen und zu wiederholen, warum Sie die Zinsforderung für überhöht halten.

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