Wilfried S., Göttingen
Ich arbeite im Schichtdienst und komme oft erst mitten in der Nacht nach Hause. In der Wohnung ist es dann sehr kalt, weil unser Vermieter die Zentralheizung nachts ausschaltet. Darf er das?

Finanztest: Nein. Es gibt zwar keine gesetzliche Regelung über die Mindesttemperatur in Wohnräumen. Gerichte ­haben jedoch entschieden, dass tagsüber eine Raumtemperatur von 20 bis 22 Grad angemessen ist. „Tagsüber“ bedeutet von 6 bis 23 Uhr.

Nachts kann der Vermieter die Heizung drosseln, völlig abstellen darf er sie aber nicht. Auf etwa 18 Grad müssen sich die Räume auch nachts heizen lassen (Landgericht Berlin, Az. 64 S 266/97).

Sie können daher vom Vermieter verlangen, dass die Heizanlage auch nachts in ­Betrieb ist. Bis er dafür gesorgt hat, dürfen Sie die Miete mindern. Weil die angemessene Höhe der Mietminderung immer vom Einzelfall abhängt, sollten Sie sich vorher von einem Anwalt oder vom Mieterverein beraten lassen.

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