F. Becker, Kaiserslautern:

Meine erwachsene Enkeltochter studiert 250 ­Kilometer von zu Hause entfernt. Wegen der Entfernung kann sie höchstens einmal im ­Monat nach Hause fahren. Muss die Familienkasse bei der Berechnung ihrer Einkünfte und Bezüge für das Kindergeld ihre Fahrtkosten für die Heimfahrten berücksichtigen?

Finanztest: Ja, wie das Finanzamt muss die ­Familienkasse diese Fahrtkosten abziehen, wenn Ihre Enkelin weiter bei ihren Eltern den Lebensmittelpunkt behält und „nicht nur gelegentlich“ nach Hause fährt. Zwar verlangen die Lohnsteuerrichtlinien von Ledigen, dass sie im Schnitt mindestens zweimal im Monat heimfahren. Doch das ist keine starre Grenze.

Auch weniger Fahrten reichen laut einem Urteil des Bundesfinanzhofs aus. Denn es komme nicht allein auf die Anzahl der Heimfahrten an, sondern auch darauf, dass der Lebensmittelpunkt bestehen bleibt (Az. VI R 60/98, NV).

Sie sollten deshalb alle Tage zusammenrechnen, die Ihre Enkelin zu Hause verbringt. Nach der Richtschnur der Finanzverwaltung mit zwei Wochenendheimfahrten im Monat sind 48 Tage ausreichend: 2 Heimfahrten im Monat x 2 Tage x 12. Eine Heimfahrt im Monat müsste also genügen, wenn Ihre Enkelin insgesamt an rund 50 Tagen einschließlich der Ferien zu Hause war. Das Finanzgericht München hielt nach dieser Rechnung bei einer ledigen Krankenschwester sogar nur acht bis zehn Fahrten pro Jahr für ausreichend (Az. 1 K 1250/93).

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